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Haus schätzen lassen: Kosten der Bewertung in der Schweiz

Yassin Stotz
25.06.2026
6 min
Inhaltsverzeichnis

Wer in der Schweiz ein Haus schätzen lassen möchte, muss je nach Methode mit Kosten zwischen CHF 0.– und rund CHF 3'000.– rechnen. Eine Online-Immobilienbewertung ist kostenlos, eine hedonische Kurzbewertung über die Bank liegt bei CHF 300.– bis 500.–, und ein schriftliches Verkehrswertgutachten durch einen Experten kostet meist CHF 1'000.– bis 3'000.–. Die Maklerbewertung vor Ort ist im Verkaufsmandat oft gratis. Welche Variante sich lohnt, hängt vom Zweck ab – von der ersten Orientierung bis zum unabhängigen Gutachten.

Das Wichtigste im Überblick
  • Eine Online-Schätzung ist kostenlos und liefert in wenigen Minuten einen ersten Marktwert.
  • Eine hedonische Bewertung über die Bank kostet meist CHF 300.– bis 500.–.
  • Die Maklerbewertung vor Ort ist im Verkaufsmandat meist gratis.
  • Ein schriftliches Verkehrswertgutachten kostet in der Regel CHF 1'000.– bis 3'000.–.
  • Bei Erbteilungen oder Scheidungen wird häufig ein unabhängiges Verkehrswertgutachten verlangt.
  • Der amtliche Wert (Steuerwert) liegt deutlich unter dem Verkehrswert und taugt nicht als Verkaufspreis.

Was kostet eine Hausschätzung in der Schweiz?

Die Kosten richten sich nach der Methode und dem Zweck der Schätzung. Die folgende Übersicht zeigt die in der Schweiz üblichen Preise pro Bewertungsart. Bei aussergewöhnlichen oder grossen Liegenschaften fallen die Kosten oft höher aus.

BewertungsartKostenDauerWofür geeignet
Online-ImmobilienbewertungCHF 0.–wenige Minutenerste Marktwertschätzung
Hedonische Bewertung (Bank)CHF 300.– bis 500.–rund 10 MinutenFinanzierung, Belehnung
Maklerbewertung vor Ortmeist CHF 0.– im Mandat (sonst CHF 300.– bis 800.–)1–2 Stunden plus AnalyseVerkaufsplanung, Preisstrategie
Verkehrswertgutachten (Experte)CHF 1'000.– bis 3'000.–mehrere TageErbteilung, Scheidung, Steuer, Gericht

Eine kostenlose Schätzung genügt für die erste Orientierung. Sobald es um eine rechtssichere Grundlage geht, lohnt sich die Investition in ein Gutachten.

Die Bewertungsarten und ihre Kosten im Detail

Jede Bewertungsart hat ihren eigenen Preis, Aufwand und Einsatzzweck. Die folgenden vier Varianten zeigen, was Sie jeweils erwartet und wann sie sich lohnen.

Online-Immobilienbewertung – kostenlos

Eine Immobilienbewertung online ist die einfachste Methode, um eine Immobilienschätzung kostenlos zu erhalten. Ein Algorithmus vergleicht Ihr Objekt anhand statistischer Modelle mit vergleichbaren Immobilien, abgeschlossenen Transaktionen und aktuellen Inseraten und berechnet daraus einen marktnahen Richtwert. Die Online-Immobilienbewertung von RealAdvisor basiert auf drei Bewertungsmodellen und laufend aktualisierten Schweizer Marktdaten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie erhalten den aktuellen Marktwert sofort, ohne Kosten und ohne Verpflichtung. Der Nachteil ist, dass individuelle Merkmale wie der Zustand oder die Ausbauqualität nur begrenzt einfliessen. Wer sein Haus kostenlos online schätzen lassen möchte, findet hier den passenden Einstieg in die Preisfindung. Wie eine Online-Schätzung abläuft, lesen Sie im Beitrag Haus kostenlos online bewerten.

Hedonische Bewertung über die Bank

Die hedonische Bewertung wird vor allem von Banken eingesetzt und bildet die Grundlage für die Belehnung. Sie vergleicht das Objekt mit tatsächlichen Transaktionen aus dem Markt. Viele Banken greifen dafür auf die Bewertungsmodelle spezialisierter Anbieter zurück. Eine solche Kurzbewertung kostet meist CHF 300.– bis 500.– und liefert einen bankennahen Wert.

Für standardisierte Wohnungen und Einfamilienhäuser ist sie zuverlässig. Bei Liebhaber- oder Spezialobjekten stösst die hedonische Methode jedoch an Grenzen.

Maklerbewertung vor Ort – meist gratis im Mandat

Viele Immobilienmakler bieten eine Bewertung als Dienstleistung an – oft kostenlos, wenn Sie im Anschluss einen Verkaufsauftrag erteilen. Ein Makler besichtigt Ihr Objekt persönlich und berücksichtigt die regionale Nachfrage, den aktuellen Markttrend und vergleichbare Angebote in der Umgebung. Das ergibt eine marktorientierte Basis, um vor dem Verkauf einen realistischen Angebotspreis festzulegen.

Als reine Bewertung ohne Mandat kostet sie je nach Aufwand rund CHF 300.– bis 800.–. Weil das Ergebnis je nach Anbieter leicht variiert, lohnt sich ein Vergleich. Wer dabei unsicher ist, findet im Beitrag von wem Sie Ihr Haus schätzen lassen eine Orientierung.

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Verkehrswertgutachten durch einen Experten

Ein zertifizierter Schätzungsexperte erstellt ein schriftliches Verkehrswertgutachten nach anerkannten Standards. Es ist detailliert und wird – je nach Auftraggeber und Qualifikation des Experten – von Banken, Gerichten oder Behörden als Grundlage anerkannt. Solche Gutachten kosten je nach Objektgrösse und Aufwand in der Regel CHF 1'000.– bis 3'000.–. Für einen Verkauf ist ein Vollgutachten meist nicht nötig, da am Ende der Markt den Preis bestimmt.

Sinnvoll ist es bei Erbteilungen, Scheidungen sowie Steuer- und Gerichtsverfahren, wo eine professionelle Schätzung als rechtssichere Grundlage dient. Wie eine solche Bewertung vor Ort abläuft, lesen Sie im verlinkten Beitrag.

Welche Bewertungsmethoden gibt es in der Schweiz?

Die klassischen Bewertungsverfahren sind das Vergleichswert-, das Ertragswert- und das Sachwertverfahren. Ergänzend wird in der Praxis häufig die hedonische Methode eingesetzt. Die Verfahren werden je nach Objekt kombiniert:

  • Vergleichswertverfahren: Der Wert ergibt sich aus dem Vergleich mit ähnlichen, kürzlich verkauften Objekten. Geeignet für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser.
  • Ertragswertverfahren: Der Wert leitet sich aus den nachhaltigen Mieterträgen ab. Üblich bei Rendite- und Gewerbeliegenschaften.
  • Sachwertverfahren (auch Realwertverfahren): Der Wert beruht auf den Wiederherstellungskosten des Gebäudes (Bauwert) abzüglich der Altersentwertung, zuzüglich des Landwerts.

Für selbst bewohnte Standardobjekte liefert die datenbasierte hedonische Methode meist einen marktnahen Wert. Wie sich daraus der Gesamtwert von Gebäude und Grundstück ergibt, zeigt der Beitrag Verkehrswert von Haus und Grundstück ermitteln.

Welche Schätzung lohnt sich wann?

Welche Variante die richtige für Sie ist, hängt von Ihrem Ziel ab.

Als grobe Faustregel gilt:

  1. Für eine erste Einschätzung reicht die kostenlose Online-Schätzung.
  2. Wer verkaufen will, kombiniert sie mit einer Maklerbewertung vor Ort für die Preisstrategie beim Verkauf.
  3. Für eine Finanzierung genügt häufig die hedonische Bewertung der Bank.
  4. Und sobald rechtliche oder steuerliche Fragen im Spiel sind, führt am Verkehrswertgutachten kein Weg vorbei.

So zahlen Sie nur dort, wo die Genauigkeit es erfordert, und nutzen die kostenlose Schätzung für alles andere. Da sich die Märkte verändern, sollte eine Bewertung vor einem Verkauf oder einer Finanzierung möglichst aktuell sein. Für Finanzierungen verlangen Banken in der Regel einen aktuellen Wert, wobei die internen Vorgaben je nach Institut unterschiedlich sind.

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Amtliche Schätzung und Steuerwert: nicht mit dem Verkehrswert der Liegenschaft verwechseln

Eine amtliche Schätzung der Liegenschaft führt je nach Kanton zum amtlichen Wert beziehungsweise Steuerwert, den die Kantone für die Vermögens- und Eigenmietwertbesteuerung verwenden. Das kantonale Steueramt aktualisiert diesen Wert meist in festen Zyklen oder nach grösseren Umbauten. Eine ausserordentliche Neuschätzung auf Verlangen des Eigentümers ist in einigen Kantonen zwar möglich, aber meist kostenpflichtig und liefert keinen realistischen Verkaufspreis.

Wer den realen Marktwert für einen Verkauf braucht, orientiert sich am Verkehrswert, nicht am Steuerwert. Auch die Schätzung eines Grundstücks folgt eigenen Kriterien. Wie Sie ein Grundstück bewerten, erfahren Sie im verlinkten Beitrag.

Fazit

Wenn Sie Ihr Haus schätzen lassen, bestimmen die Methode und der Zweck die Kosten: Die Online-Bewertung ist gratis, die hedonische Bankbewertung kostet CHF 300.– bis 500.–, und ein Verkehrswertgutachten liegt bei CHF 1'000.– bis 3'000.–. Für die meisten Eigentümer ist die kostenlose Online-Schätzung der richtige erste Schritt, ergänzt durch eine Maklerbewertung vor dem Verkauf.

Investieren Sie nur dann in ein kostenpflichtiges Gutachten, wenn eine rechtssichere Grundlage nötig ist – etwa bei einer Erbteilung, einer Scheidung oder gegenüber dem Steueramt. Wer sein Haus schätzen lassen möchte, sollte die Kosten am Zweck ausrichten und nicht mehr zahlen als nötig.

Quellen

  • HEV Schweiz – Immobilienbewertung und Verkehrswert: hev-schweiz.ch
  • SVIT – Schweizer Schätzungsexperten-Kammer (SEK/SVIT): svit.ch

FAQ

Kann man sein Haus kostenlos schätzen lassen?

Ja. Eine Online-Immobilienbewertung ist kostenlos und liefert in wenigen Minuten einen ersten Marktwert. Auch viele Makler bewerten ein Haus vor Ort gratis, sofern sie den späteren Verkauf übernehmen dürfen.

Was kostet es, eine Wohnung schätzen zu lassen?

Für eine Wohnung gelten dieselben Stufen wie für ein Haus: online gratis, hedonisch CHF 300.– bis 500.–, Vollgutachten CHF 1'000.– bis 3'000.–. Weil Stockwerkeigentum Besonderheiten aufweist, ist eine Vor-Ort-Bewertung vor einem Verkauf sinnvoll.

Was kostet es, ein Grundstück zu bewerten?

Eine erste Online-Einschätzung ist kostenlos. Ein schriftliches Gutachten bewegt sich meist im selben Rahmen wie beim Haus, also CHF 1'000.– bis 3'000.–. Bei Bauland, Landwirtschaftsland oder Spezialgrundstücken fallen der Aufwand und die Kosten meist höher aus.

Was ist der teuerste Fehler beim Hausverkauf?

Ein falsch angesetzter Preis. Eine zu hohe Schätzung schreckt Käufer ab und verlängert die Verkaufsdauer, während eine zu tiefe Geld verschenkt. Eine fundierte und unabhängige Bewertung schützt Sie vor beidem.

Yassin Stotz
Yassin arbeitet seit über drei Jahren bei RealAdvisor und kennt den Schweizer Immobilienmarkt aus dem Effeff. Angefangen hat er als Redakteur und Übersetzer, mittlerweile schreibt er die deutschsprachigen Blog- und Glossarbeiträge redaktionell neu und optimiert sie für Suchmaschinen.
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