Welche Hypothek ist die richtige? Diese Frage stellen sich fast alle, die eine Immobilie kaufen oder ihre bestehende Finanzierung überprüfen. Festhypothek, variable Hypothek oder SARON-Hypothek. Jede Variante bietet Chancen, bringt aber auch Risiken mit sich.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Hypothek für welches Profil geeignet ist und wie Sie eine Entscheidung treffen, die langfristig zu Ihnen passt.
DIE richtige Hypothek gibt es nicht pauschal. Sie hängt von Einkommen, Planungshorizont und Risikobereitschaft ab.
Eine Festhypothek eignet sich für alle, die maximale Planungssicherheit wollen und steigende Zinsen fürchten.
Eine SARON-Hypothek ist oft günstiger, schwankt jedoch mit dem Markt und erfordert finanzielle Reserven.
Eine variable Hypothek bietet hohe Flexibilität, ist aber langfristig meist teurer und risikoreicher.
Die beste Entscheidung entsteht aus einer Kombination von Marktanalyse und persönlichem Risikoprofil und nicht aus dem Zinssatz allein.
Die richtige Hypothek hängt nicht allein vom aktuellen Zinsniveau ab. Entscheidend sind vor allem Ihre finanzielle Situation, Ihre Risikobereitschaft und Ihre zukünftigen Pläne. Wer hier vorschnell entscheidet oder sich nur am Zinssatz orientiert, zahlt im schlimmsten Fall über Jahre zu viel oder geht ein unnötiges Risiko ein.
Sehr wichtig:
→ Eine Festhypothek bietet konstante Kosten und maximale Sicherheit.
Weniger wichtig:
→ Eine SARON-Hypothek oder variable Hypothek kommt infrage.
Geringe Risikobereitschaft:
→ Festhypothek – stabile Zinsen, keine Überraschungen.
Mittlere Risikobereitschaft:
→ SARON-Hypothek – oft günstiger, aber mit Zinsschwankungen.
Hohe Risikobereitschaft:
→ Variable Hypothek – flexibel, aber langfristig unsicher.
Geplanter Verkauf oder Umbau:
→ Variable Hypothek oder kurze Laufzeiten.
Langfristiges Wohnen:
→ Festhypothek oder SARON mit klarer Strategie.
Kaum Reserven:
→ eher Festhypothek.
Solide Rücklagen:
→ SARON-Hypothek kann sinnvoll sein.
Die richtige Hypothek ist diejenige, mit der Sie auch bei steigenden Zinsen ruhig schlafen können. In vielen Fällen ist eine Kombination mehrerer Hypothek-Arten (z. B. Festhypothek + SARON) eine sinnvolle Lösung, um Sicherheit und Flexibilität zu verbinden.
| Wenn … | Dann ist diese Hypothek meist die richtige | Warum |
|---|---|---|
| Sie maximale Planungssicherheit wollen | Festhypothek | Der Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit fix – keine Überraschungen. |
| Sie mit steigenden Zinsen rechnen | Festhypothek | Sie sichern sich das aktuelle Zinsniveau langfristig. |
| Zinsschwankungen durch Sie finanziell abgefedert werden können | SARON-Hypothek | Oft günstiger, aber mit variablen Zinsen. |
| finanzielle Reserven und ein langer Horizont vorhanden sind | SARON-Hypothek | Kurzfristige Schwankungen sind verkraftbar, langfristig oft günstiger. |
| Sie einen Verkauf oder Wechsel in den nächsten Jahren planen | Variable Hypothek | Hohe Flexibilität und kurze Kündigungsfristen. |
| Sie Risiko und Sicherheit kombinieren möchten | Kombination aus Fest- und SARON-Hypothek | Stabilität für einen Teil, Flexibilität für den anderen. |
Schauen wir uns die verschiedenen Hypothekarmodelle etwas genauer an:
Die Festhypothek ist eines der bekanntesten und am häufigsten gewählten Hypothek-Arten in der Schweiz. Sie zeichnet sich durch einen festen Zinssatz aus, der über die gesamte Laufzeit, die typischerweise zwischen zwei und zehn Jahren liegt, unverändert bleibt.
Dieses Modell zeichnet sich durch einen Zinssatz aus, der den Marktbedingungen angepasst wird. Es gibt keine feste Laufzeit, was bedeutet, dass der Kreditnehmer grössere Flexibilität geniesst.
Vor der Einführung der SARON-Hypothek basierte die Libor-Hypothek auf dem London Interbank Offered Rate (LIBOR). Sie war für ihre Flexibilität und oft niedrigeren Zinssätze bekannt, wurde 2021 jedoch durch den SARON ersetzt.
Der Swiss Average Rate Overnight (SARON) hat den LIBOR als Referenzzinssatz in der Schweiz ersetzt. Diese Hypothek passt sich regelmäßig an den SARON an, der täglich ermittelt wird.
Eine oft übersehene Komponente bei der Wahl einer Hypothek sind die steuerlichen Konsequenzen und Möglichkeiten. Diese können je nach gewähltem Modell variieren und sich auf Ihr jährliches, steuerpflichtiges Einkommen auswirken.
Da der Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest ist, sind auch die steuerlichen Auswirkungen vorhersehbar. Sie können die gezahlten Hypothekenzinsen in der Regel als Schuldzinsen von Ihrem steuerpflichtigen Einkommen abziehen.
Der abziehbare Betrag kann sich von Jahr zu Jahr ändern, da sich der Zinssatz entsprechend den Marktbedingungen anpasst. Dies kann die Planung der jährlichen Steuerverpflichtungen erschweren.
Genauso wie früher bei der Libor-Hypothek kann der oft niedrigere Zinssatz der SARON-Hypothek zu einem Anstieg Ihres steuerpflichtigen Einkommens führen. Das bedeutet, dass Sie zwar von niedrigeren Zinssätzen profitieren, aber unter Umständen auch einen höheren Steuerbetrag zahlen müssen. Es ist daher wichtig, beide Aspekte in Ihre Überlegungen einzubeziehen.
Unabhängig vom gewählten Modell empfiehlt es sich, eine steuerliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass Sie alle Aspekte berücksichtigen und nicht unerwartet mit höheren Steuerverpflichtungen konfrontiert werden. Übrigens: Wie Sie eine Hypothek steuerlich absetzen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Bei der Wahl einer Hypothek ist es unabdingbar, das zugehörige Risikoprofil jedes Modells zu verstehen. Die finanzielle Stabilität und Zukunftssicherung sollten im Vordergrund stehen.
Es ist wichtig, Ihr persönliches Risikoprofil zu bewerten und dieses mit dem Risikoprofil der verschiedenen Hypothekenmodelle abzugleichen. Einige Kreditnehmer sind bereit, ein höheres Risiko für potenziell niedrigere Zinsen einzugehen, während andere Sicherheit und Vorhersehbarkeit bevorzugen.
Eine der häufigsten Fragen, die sich Kreditnehmer stellen, betrifft die Flexibilität bei der Wahl ihrer Hypothek. Speziell in volatilen Marktbedingungen oder persönlichen Veränderungen kann der Wunsch entstehen, das Hypothekenmodell zu wechseln.
Empfehlung: Es ist immer ratsam, sich von einem Finanzexperten oder einem Hypothekenberater beraten zu lassen, bevor Sie eine Entscheidung über einen Wechsel treffen. Ein solcher Berater kann Ihnen helfen, die Vor- und Nachteile abzuwägen und die beste Entscheidung basierend auf Ihren persönlichen Umständen und den aktuellen Marktbedingungen zu treffen.
Die Berechnung einer Hypothek ist ein entscheidender Schritt bei der Planung des Kaufs oder des Baus einer Immobilie. Grundlegend für die Berechnung ist das Verhältnis von Eigenkapital (in der Regel mindestens 20 % des Kaufpreises) zu Fremdkapital.
Welche Hypothek die richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die beste Hypothek ist immer diejenige, die zu Ihrer finanziellen Situation, Ihrem Planungshorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt – nicht zwingend die mit dem aktuell tiefsten Zinssatz.
Wer bei der Wahl der Hypothek nur auf den Zinssatz schaut, übersieht oft die langfristigen Auswirkungen auf Budget, Flexibilität und Sicherheit. Gerade bei steigenden oder stark schwankenden Zinsen kann eine falsche Entscheidung über Jahre hinweg spürbare Mehrkosten oder unnötige Risiken verursachen.
Um die Nachteile einer Hypothek mit variablem Zinssatz oder einer Libor-Hypothek zu vermeiden, können Sie eine Termin- oder Forward-Hypothek wählen. Diese wird zum aktuellen Zinssatz abgeschlossen. Diese Lösung ist interessant, da Sie sich so vor möglichen Preiserhöhungen schützen können.
Im Gegenzug für eine Prämienzahlung können Sie eine Obergrenze für Ihre Libor-Hypothek festlegen. Der Zinssatz unterliegt in diesem Fall weiterhin einer gewissen Volatilität, darf jedoch die im Voraus festgelegte Obergrenze nicht überschreiten.
Um mehr Transparenz auf dem Geldmarkt zu schaffen, wurde der Libor- durch den SARON-Satz ersetzt. Dieser basiert auf tatsächlichen Markttransaktionen und gilt als zuverlässiger. Für Kreditnehmer wird die Änderung der Zinssätze aber minimal sein.
Die Wahl zwischen einer SARON- und einer Festhypothek hängt von Ihren persönlichen Präferenzen und Marktbedingungen ab.
Die Entscheidung sollte daher auf Ihrer Risikotoleranz und der Einschätzung der Zinsentwicklung basieren. Eine Beratung durch einen Finanzexperten ist empfehlenswert.
Eine Hypothek ist ein Darlehen, das speziell für den Kauf oder die Finanzierung von Immobilien verwendet wird. Hierbei stellt der Kreditnehmer bei einer Bank einen Kreditantrag, die dann die Bonität prüft. Sieht alles gut aus, genehmigt die Bank Ihren Antrag. Lehnt sie ihn ab, können Sie in diesem Beitrag erfahren, wie es nun weitergeht.
Bei einer Genehmigung dient die zu finanzierende Immobilie als Sicherheit. Der Kreditnehmer zahlt dann monatlich Zinsen und die Tilgung an die Bank über die Laufzeit der Hypothek. Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema, wie eine Hypothek funktioniert, finden Sie hier.