Was ist Ihr Haus wert?
Der erste Schritt beim Privatverkauf: den Marktwert kennen.

Haus verkaufen ohne Makler: So gelingt der Privatverkauf in der Schweiz

Oliver S.
16.03.2026
6 min
Inhaltsverzeichnis

Ein Haus privat und ohne Makler zu verkaufen, ist in der Schweiz rechtssicher möglich und spart Ihnen ca. 2 bis 3 % Provision (oft zehntausende Franken). Der Erfolg hängt von einer korrekten Marktbewertung, professionellen Verkaufsunterlagen und der öffentlichen Beurkundung durch ein Notariat ab.

Das Wichtigste im Überblick
  • Kostenersparnis: Sie sparen zehntausende Franken an Provision, müssen jedoch Zeit für Hausbesichtigungen und Administration einplanen.
  • Marktgerechter Preis: Eine präzise Wertermittlung ist die Basis, um weder potenzielle Käufer abzuschrecken noch Geld zu verschenken.
  • Vollständige Unterlagen: Grundbuchauszug, Gebäudeversicherungsausweis und Pläne müssen aktuell vorliegen.
  • Rechtliche Sicherheit: In der Schweiz ist die öffentliche Beurkundung durch ein Notariat gesetzlich vorgeschrieben, was Ihnen zusätzliche Sicherheit bietet.
  • Finanzierungsnachweis: Verlangen Sie von Interessenten frühzeitig eine Bestätigung einer Schweizer Bank, um Besichtigungstourismus zu vermeiden.
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Haus verkaufen ohne Makler: Die Vorgehensweise

Ein Privatverkauf folgt in der Schweiz einem bewährten Prozess. Wenn Sie die Zügel selbst in die Hand nehmen, gliedert sich der Ablauf üblicherweise in fünf Kernphasen:

  1. Vorbereitung & Bewertung: Ermittlung des Marktwerts und Zusammentragen aller Dokumente.
  2. Vermarktung: Erstellung des Dossiers und Schaltung von Inseraten.
  3. Besichtigung & Verhandlung: Selektion von Interessenten und Einigung auf einen Kaufpreis.
  4. Abwicklung: Prüfung der Finanzierung und Ausarbeitung des Kaufvertrags durch das Notariat.
  5. Abschluss: Öffentliche Beurkundung, Zahlung der Grundstückgewinnsteuer und Objektübergabe.

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Haus oder Einfamilienhaus verkaufen: Die optimale Vorbereitung

Bevor das erste Inserat online geht, bildet eine solide Basis das Fundament für Ihren Erfolg. Ein privater Immobilienverkauf ist kein Sprint, sondern ein gut geplanter Prozess.

Den richtigen Verkehrswert schätzen

Der häufigste Fehler beim Hausverkauf ohne Immobilienmakler ist ein falsch angesetzter Verkaufspreis. Ist er zu hoch, bleibt die Resonanz aus. Ist er zu niedrig, verlieren Sie bares Geld. Nutzen Sie deshalb moderne Online-Tools für eine erste Orientierung.

Eine Immobilienbewertung liefert Ihnen mittels hedonischer Methoden einen verlässlichen Marktwert, der auf tatsächlichen Transaktionen in Ihrer Nachbarschaft basiert.

Zusätzlich sollten Sie die aktuellen Immobilienpreise in Ihrer Region beobachten, um ein Gefühl für die Marktdynamik zu bekommen. Faktoren wie die Lage, der Zustand der Bausubstanz und künftige Nutzungsmöglichkeiten beeinflussen den Preis.

Notwendige Dokumente für den Hausverkauf

Interessenten und Banken benötigen eine Vielzahl an Informationen. Stellen Sie sicher, dass Sie folgende Unterlagen griffbereit haben:

  1. Grundbuchauszug: Nicht älter als sechs Monate.
  2. Katasterplan / Situationsplan: Zeigt die genauen Grenzen des Grundstücks.
  3. Gebäudeversicherungsausweis: Gibt Auskunft über den Versicherungswert.
  4. Grundrisspläne und Schnitte: Wichtig für die Einschätzung der Raumaufteilung.
  5. Sicherheitsnachweis für Niederspannungsinstallationen (SiNa): In der Schweiz obligatorisch bei Handänderungen, falls die letzte Prüfung länger zurückliegt.
  6. Energetischer Ausweis (GEAK): In einigen Kantonen beim Verkauf bereits Pflicht oder zumindest empfohlen.

Effektive Vermarktung: Die Immobilie ins rechte Licht rücken

Verkaufen Sie Ihr Haus ohne Makler, übernehmen Sie die Rolle des Marketingexperten. Da der erste Eindruck zählt, sollten Sie hier keine Kompromisse eingehen.

Professionelle Verkaufsdokumentation erstellen

Ihre Verkaufsunterlagen sind Ihre Visitenkarte. Ein hochwertiges Exposé sollte nicht nur technische Daten enthalten, sondern auch Emotionen wecken. Verwenden Sie professionelle Fotos, die bei gutem Licht aufgenommen wurden. Räumen Sie die Zimmer vorher gründlich auf (Stichwort «Home Staging»). Beschreiben Sie die Vorzüge der Lage – die Nähe zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten oder dem öffentlichen Verkehr.

Inserieren auf den richtigen Portalen

In der Schweiz führen Wege beim Immobilienverkauf privat meist über Plattformen. Da die Kosten für Inserate variieren, lohnt sich ein Vergleich. Achten Sie auf eine aussagekräftige Überschrift, die das primäre Kaufargument (z. B. «Sonnige Attikawohnung» oder «Familienidyll mit grossem Garten») direkt anspricht.

Besichtigungen und Verhandlungen meistern

Sobald die ersten Anfragen eingehen, beginnt der zeitintensive Teil. Seien Sie vorbereitet auf kritische Fragen zum Renovationsstau oder zu Nebenkosten.

Besichtigungstermine organisieren

Führen Sie Hausbesichtigungen am besten bei Tageslicht durch. Gruppentermine sparen Zeit und erzeugen gleichzeitig einen gewissen Wettbewerbsdruck unter den Interessenten. Bleiben Sie ehrlich: Versteckte Mängel müssen kommuniziert werden, um spätere Haftungsansprüche zu vermeiden. Da es in der Schweiz üblich ist, Immobilien «wie besehen» zu verkaufen, sollte dies auch so im Vertrag stehen.

Die Kaufzusage und der Finanzierungsnachweis

Lassen Sie sich nicht von mündlichen Zusagen blenden. Ein seriöser Käufer kann Ihnen eine unwiderrufliche Finanzierungszusage einer Bank vorlegen. Das ist der Moment, in dem Sie auch die  Hypothek des Käufers thematisieren können, falls dieser Ihre bestehenden Konditionen übernehmen möchte, was manchmal steuerliche Vorteile bietet.

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Rechtliches und die Rolle des Notars beim Hausverkauf

In der Schweiz ist der Verkaufsprozess gesetzlich geregelt. Der Kaufvertrag für eine Immobilie bedarf der öffentlichen Beurkundung.

Der Weg zum Notariat

Je nach Kanton unterscheidet sich das Notariatswesen. In Amtsnotariatskantonen (wie Zürich oder Bern) erstellt das offizielle Notariat den Vertrag. In Kantonen mit freien Notariaten (wie Genf oder Freiburg) können Sie den Notar selbst wählen. Der Notar agiert als neutrale Instanz, die beide Parteien schützt. Er kümmert sich um die Anmeldung beim Grundbuchamt und stellt sicher, dass die Zahlung des Kaufpreises korrekt abgewickelt wird.

Informationen zu den rechtlichen Grundlagen finden Sie auch direkt beim Schweizerischen Bundesrat im Obligationenrecht (OR).

Grundstückgewinnsteuer: Die Kostenfalle vermeiden

Wichtig beim Hausverkauf ohne Makler sind die Steuern. Die Grundstückgewinnsteuer wird auf den Gewinn fällig, den Sie beim Verkauf erzielen. Die Höhe hängt von der Haltedauer und der Höhe des Gewinns ab.

Achtung: Der Käufer haftet im schlimmsten Fall für die Grundstückgewinnsteuer des Verkäufers. Üblicherweise wird daher ein Teil des Kaufpreises direkt an das kantonale Steueramt überwiesen oder sichergestellt.

Tipp: Investitionen, die den Wert der Liegenschaft gesteigert haben (z. B. ein neuer Wintergarten), sowie die Verkaufskosten können vom Gewinn abgezogen werden, um die Steuerlast zu senken.

Checkliste für Ihren Hausverkauf in der Schweiz

  • Marktanalyse: Aktuellen Verkehrswert online ermitteln.
  • Dokumente: Grundbuchauszug, Katasterplan und Gebäudeversicherungspolice anfordern.
  • Technik: Gültigen Sicherheitsnachweis (SiNa) und GEAK (falls nötig) bereitstellen.
  • Präsentation: Haus entrümpeln, kleine Reparaturen durchführen und Profi-Fotos machen.
  • Inserat: Verkaufsdossier erstellen und auf Portalen veröffentlichen.
  • Interessenten-Check: Nur Personen mit Finanzierungsbestätigung zur Hausbesichtigung einladen.
  • Reservation: Reservationsvereinbarung unterzeichnen und Anzahlung sicherstellen.
  • Notar: Entwurf des Kaufvertrags prüfen und Termin zur Beurkundung vereinbaren.
  • Steuern: Provisorische Berechnung der Grundstückgewinnsteuer beim Steueramt verlangen.
  • Übergabe: Übergabeprotokoll erstellen und alle Schlüssel dokumentiert übergeben.

Haus verkaufen ohne Makler: Risiken und Fehler, die Sie beim Privatverkauf vermeiden sollten

Viele Eigentümer unterschätzen den Aufwand oder die Komplexität beim Verkauf einer Immobilie ohne Makler. Hier sind die Stolpersteine, die Sie vermeiden sollten:

  1. Emotionale Preisgestaltung: Hängen Sie nicht an dem Preis, den Sie vor 20 Jahren bezahlt haben oder den Sie für Ihren Ruhestand benötigen. Der Markt bestimmt den Preis.
  2. Mangelnde Erreichbarkeit: Wer auf Anfragen erst nach drei Tagen reagiert, verliert die besten Interessenten.
  3. Unvollständige Prüfung der Käufer: Reservieren Sie die Immobilie erst, wenn eine Anzahlung geleistet wurde oder eine Bankgarantie vorliegt.
  4. Fehlende Transparenz: Geben Sie alle bekannten Mängel an. Informationen zum Stockwerkeigentum oder zu Dienstbarkeiten auf dem Grundstück (z. B. Wegrechte) müssen offen auf den Tisch.

Vor- und Nachteile: Haus verkaufen ohne Makler

Bevor Sie die finale Entscheidung treffen, wiegen Sie diese Punkte gegeneinander ab:

Weitere Unterstützung und Merkblätter finden Sie oft auch beim Hauseigentümerverband Schweiz (HEV), der nützliche Vorlagen für Übergabeprotokolle bereitstellt.

Fazit: Ein Haus ohne Makler zu verkaufen ist möglich, aber herausfordernd

Ein Haus ohne Makler zu verkaufen, ist in der Schweiz eine lohnenswerte Herausforderung – wenn Sie bereit sind, Zeit und Sorgfalt zu investieren. Indem Sie die Provision einsparen, behalten Sie einen deutlich grösseren Anteil des Verkaufserlöses für sich. Nutzen Sie digitale Hilfsmittel für die Bewertung, bereiten Sie alle Dokumente professionell vor und setzen Sie auf Transparenz gegenüber Ihren Interessenten. Mit der Unterstützung durch ein Notariat ist der rechtliche Rahmen gesichert, sodass einem erfolgreichen Abschluss nichts im Wege steht.

FAQ

Wie viel Zeit muss ich für einen privaten Hausverkauf in der Schweiz einplanen?

Rechnen Sie mit etwa 4 bis 9 Monaten von der ersten Marktanalyse bis zur tatsächlichen Schlüsselübergabe. Die reine Vermarktungsphase dauert in der aktuellen Marktlage meist 2 bis 4 Monate.

Wer zahlt die Notarkosten in der Schweiz?

Das ist kantonal unterschiedlich. In der Deutschschweiz (z. B. Zürich, Bern) werden die Notariatsgebühren und Handänderungssteuern meist hälftig geteilt. In anderen Kantonen ist es üblich, dass der Käufer diese Kosten trägt. Die genaue Aufteilung kann jedoch im Kaufvertrag frei vereinbart werden.

Kann ich die Maklerprovision wirklich komplett sparen?

Ja, wenn Sie alle Aufgaben selbst übernehmen. Bedenken Sie aber, dass Kosten für die Immobilienbewertung, Inserate auf Portalen und eventuell professionelle Fotos anfallen. Diese liegen jedoch weit unter einer klassischen Maklerprovision.

Was passiert mit meiner laufenden Hypothek beim Verkauf?

Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lösen die Hypothek auf (was Vorfälligkeitsentschädigungen nach sich ziehen kann), oder der Käufer übernimmt die Hypothek zu den bestehenden Konditionen, sofern seine Bank zustimmt.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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