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Bauernhof kaufen: Landwirtschaft, Scheune, Stall und Co.

Oliver S.
10.04.2026
15 min
Inhaltsverzeichnis

Einen Bauernhof in der Schweiz kaufen dürfen nur Personen, die den Betrieb selbst bewirtschaften, die nötige landwirtschaftliche Qualifikation mitbringen und keinen überhöhten Preis zahlen. Der Kauf unterliegt dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) und erfordert in der Regel eine kantonale Erwerbsbewilligung.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, erwirbt mehr als eine Immobilie – er übernimmt ein Stück geschütztes Kulturland mit besonderen Rechten und Pflichten.

Das Wichtigste im Überblick
  • Bewilligungspflicht nach BGBB: Für den Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke/Gewerbe braucht es in der Regel eine kantonale Bewilligung. Voraussetzungen u. a.: Selbstbewirtschaftung, kein übersetzter Preis und Lage im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich des Betriebs.
  • Selbstbewirtschafter (Art. 9 BGBB): Sie müssen den Boden selbst bearbeiten und – beim Gewerbskauf – den Betrieb persönlich leiten; gefordert sind die Fähigkeiten zur Bewirtschaftung, in der Praxis oft mit Wohnsitz auf oder nahe dem Betrieb. 
  • Preis- und Finanzierungsgrenzen: Der Kaufpreis darf nicht übersetzt sein; zudem gilt für die Belehnung die Belastungsgrenze (Ertragswert-basiert). Das limitiert die Hypothek im Vergleich zu Wohnliegenschaften.
  • Personen im Ausland: Zusätzlich kann das BewG/Lex Koller greifen. Bewilligungspflicht und Ausnahmen werden kantonal vollzogen – unbedingt frühzeitig klären.

Bauernhof kaufen in der Schweiz: Gesetzliche Voraussetzungen (BGBB)

Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) reglementiert den Erwerb. Kernziel ist es, bäuerliches Grundeigentum zu fördern, Selbstbewirtschaftung zu sichern und überhöhte Preise zu verhindern.

1) Erwerbsbewilligung (kantonal)

Sie benötigen eine Erwerbsbewilligung. Diese wird erteilt, wenn kumulativ Folgendes gegeben ist:

  • Selbstbewirtschaftung,
  • kein überhöhter Preis (Preisprüfung) und
  • Lage im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich

Familieninterne Erwerbe kennen teils Ausnahmen. Zuständig sind die kantonalen BGBB-Stellen.

Rechtliche Hürden, wenn man einen Bauernhof kaufen möchte

2) Eignung als Selbstbewirtschafter (Art. 9 BGBB)

Selbstbewirtschaftung bedeutet, dass Sie den Boden persönlich bearbeiten und – beim Kauf eines ganzen Betriebs – diesen auch persönlich leiten. Sie delegieren die Arbeit nicht vollständig an Dritte. Gerichte verlangen in der Regel, dass Sie auf dem Betrieb oder in der Nähe wohnen.

3) Ortsüblicher Bewirtschaftungsbereich

Das zu erwerbende Grundstück muss betriebsnah liegen. Kantonal werden als Richtschnur häufig 7–10 km Fahrdistanz zwischen Betriebszentrum und Parzelle angewendet.

4) Preisgrenze/«kein überhöhter Preis»

Der Kaufpreis wird geprüft. Überhöhte Preise (deutlich über dem landwirtschaftlichen Ertragswert-Kontext) sind unzulässig. Ohne Preisgenehmigung gibt es keine Bewilligung.

Was ist der Ertragswert?

Der Ertragswert ist der landwirtschaftliche Wert einer Liegenschaft, berechnet auf Basis der erzielbaren Erträge (nicht des Marktwerts). Er dient als Obergrenze für den zulässigen Kaufpreis und als Basis für die Belastungsgrenze bei der Hypothek. Dadurch liegen Hypotheken für Bauernhöfe oft deutlich unter jenen für Wohnliegenschaften. Zudem ist der Eigenkapitalbedarf höher.

5) Finanzierung: Belehnung ist limitiert

Für landwirtschaftliche Grundstücke gilt die Belastungsgrenze gemäss BGBB (Ertragswert-Systematik). Daraus folgt: Hypotheken fallen oft tiefer aus als bei Wohnliegenschaften, wodurch mehr Eigenmittel nötig sind.

6) Grössenbeschränkungen

Das BGBB setzt Grenzen bei der Zusammenlegung landwirtschaftlicher Flächen. Ziel ist es, die Zersplitterung von Betrieben zu verhindern. Ausserdem soll die Bildung übermässig grosser Strukturen begrenzt werden.

In der Praxis bedeutet das: Der Erwerb zusätzlicher Parzellen ist nur zulässig, wenn diese betrieblich sinnvoll integriert werden können und die Gesamtgrösse des Betriebs im ortsüblichen Rahmen bleibt.

7) Erbvorbezug und Erbteilung

Das BGBB enthält besondere Regeln für die Hofübergabe innerhalb der Familie. Ein landwirtschaftlich tätiger Erbe kann den Betrieb zum Ertragswert übernehmen – also deutlich unter dem Verkehrswert. Das soll verhindern, dass Betriebe durch Erbteilungen unter mehrere Erben zersplittern und damit unrentabel werden.

Für Käufer, die einen Hof aus einer Erbsituation erwerben möchten, ist diese Regelung wichtig, da sie die Preisgestaltung und die Verfügbarkeit des Objekts direkt beeinflussen kann.

8) Juristische Personen/Betriebsstruktur

Juristische Personen können landwirtschaftliche Liegenschaften nur unter strengen Voraussetzungen erwerben. Klären Sie dies frühzeitig mit der zuständigen Stelle ab.

9) Personen im Ausland (Lex Koller/BewG)

Wenn Sie als Person im Ausland gelten, sind zusätzlich die Regeln des BewG («Lex Koller») zu prüfen. Die Bewilligungspflicht wird kantonal beurteilt. Ausnahmen sind möglich, aber einzelfallabhängig.

10) Kantonale Unterschiede

Das BGBB ist Bundesrecht, wird aber kantonal vollzogen. Die zuständigen Stellen sind in der Regel die kantonalen Landwirtschaftsämter. Diese wenden die Vorschriften unterschiedlich an. Was in einem Kanton problemlos genehmigt wird, kann in einem anderen zu Rückfragen führen. Klären Sie deshalb mit der zuständigen kantonalen Stelle ab, welche Anforderungen für Ihr Objekt gelten.

Praxis-Tipp: Kontaktieren Sie früh die kantonale BGBB-Fachstelle (Landwirtschaftsamt) und lassen Sie die Selbstbewirtschaftung, den Bewirtschaftungsbereich, den Kaufpreis und die Finanzierung vorab prüfen. Das spart Zeit und verhindert Fehlinvestitionen.

Bauernhof als Selbstbewirtschafter kaufen

Finanzierung und laufende Kosten beim Bauernhofkauf

Wer einen Bauernhof kauft, muss nicht nur den Kaufpreis einplanen. Die finanzielle Realität landwirtschaftlicher Liegenschaften unterscheidet sich deutlich von jener der Wohnimmobilien.

Hypothek und Eigenkapital

Für landwirtschaftliche Grundstücke gilt die Belastungsgrenze gemäss BGBB: Die maximale Hypothek richtet sich nach dem Ertragswert, nicht nach dem Marktwert. In der Praxis bedeutet das: Der Eigenkapitalbedarf ist deutlich höher als bei Wohnliegenschaften. Planen Sie entsprechende Reserven ein und klären Sie die Finanzierung frühzeitig mit Ihrer Bank.

Laufende Kosten

Berücksichtigen Sie neben dem Kaufpreis auch:

  • Steuern (inkl. Eigenmietwert: Bei grossen Bauernhäusern kann dieser Steuerwert erheblich ausfallen)
  • Versicherungen (Gebäude, Betrieb, Tiere)
  • Unterhalt und Reparaturen der Gebäude und Infrastruktur
  • Einkommensschwankungen durch wetterabhängige Erträge

Fördermittel und Direktzahlungen

Der Bund unterstützt landwirtschaftliche Betriebe über verschiedene Programme – insbesondere für die nachhaltige Bewirtschaftung, Biodiversität und erneuerbare Energien. Informieren Sie sich frühzeitig, welche Beiträge für Ihren geplanten Betrieb infrage kommen:

Tipp: Lassen Sie sich von einem auf Landwirtschaft spezialisierten Treuhänder oder Finanzberater begleiten. Die Kombination aus BGBB-Belastungsgrenze, Eigenmietwert und Direktzahlungen ist komplex und hat direkten Einfluss auf Ihre Steuer- und Liquiditätsplanung.

Finanzierung, wenn man einen Bauernhof kaufen möchte

Was ist ein Bauernhof und was gehört alles dazu?

Ein Bauernhof ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der Lebensmittel produziert, Tiere hält oder beides. Er kann auch für den Anbau von Nutzpflanzen wie Gemüse, Obst oder Getreide genutzt werden. Bauernhöfe sind oft familiär geführt und decken den gesamten Produktionszyklus ab – von der Aussaat bis zur Ernte.

Aufbau eines Bauernhofs

Ein typischer Bauernhof besteht aus einer Kombination von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, die zusammen die landwirtschaftliche Produktion unterstützen.

Wohnhaus

Das Herzstück vieler Bauernhöfe ist das Wohnhaus, in dem die Familie des Landwirts lebt. Es kann von einfachen Wohnverhältnissen bis zu grosszügigen Bauernhäusern reichen, die über Generationen hinweg erweitert und modernisiert wurden.

Stallungen

Wer Viehzucht betreibt, benötigt Stallungen. Sie bieten Schutz und Unterbringung für Tiere wie Kühe, Pferde, Schweine und Schafe. Moderne Stallungen ermöglichen eine effiziente Tierpflege und -überwachung.

Scheune

Die Scheune dient zur Lagerung von Heu, Getreide und landwirtschaftlichen Geräten – manchmal auch als Unterstand für Tiere. Scheunen sind oft das grösste Gebäude auf einem Bauernhof und wichtig für die Logistik des Betriebs.

Weitere Nebengebäude

Zu einem Bauernhof können auch weitere Gebäude wie Werkstätten, Maschinenhallen und Lager für Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel gehören. Diese unterstützen die täglichen Arbeitsabläufe und die Wartung der Ausrüstung.

Kleiner Ratgeber: Umbaumöglichkeiten für eine Scheune

Eine Scheune bietet durch ihren grossen, offenen Raum vielfältige Umbaumöglichkeiten. Hier sind einige Ideen, wie Sie eine Scheune kreativ nutzen können:

  1. Eventlocation: Mit ihrem rustikalen Charme sind Scheunen ideal für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Konzerte oder Kunstausstellungen. Die hohe Decke und die grosszügige Fläche bieten Platz für viele Gäste und Dekorationen.
  2. Wohnraum: Wer eine Scheune in ein Loft oder mehrere Wohnungen umbaut, schafft ungewöhnlichen Wohnraum mit ländlichem Charakter. Grosse Fenster und sichtbare Holzbalken verstärken diesen Eindruck.
  3. Gewerberaum: Eine Scheune eignet sich auch für kleine Unternehmen, etwa eine Brauerei, eine Käserei oder eine Manufaktur.
Bauernhof kaufen und umbauen

Warum einen Landwirtschaftsbetrieb in der Schweiz kaufen?

Einen Bauernhof zu kaufen, bietet mehrere praktische Vorteile:

Wertstabile Investition

Landwirtschaftliche Immobilien gelten als eine wertstabile Anlageklasse. Durch die BGBB-Preisregulierung und Belastungsgrenzen sind klassische Renditeziele jedoch begrenzt. Ein Umzonungspotenzial (z. B. Bauerwartungsland) besteht in Einzelfällen, ist aber durch das Raumplanungsgesetz (RPG) stark eingeschränkt und sollte daher nicht als Kaufargument einkalkuliert werden.

Mehrere Einnahmequellen

Mit einem Bauernhof diversifizieren Sie Ihre Einnahmen – zum Beispiel durch:

  • landwirtschaftlichen Betrieb
  • Direktvermarktung
  • Vermietung von Gästezimmern
  • Eventlocation (Scheune)
  • Forstbewirtschaftung
  • Förderprogramme

Unabhängigkeit und Selbstversorgung

Sie kontrollieren Ihre Lebensmittelproduktion und können erneuerbare Energien (Solar, Biomasse) nutzen. Dies senkt die Lebenshaltungskosten und den ökologischen Fussabdruck.

Raum und Privatsphäre

Grosszügige Grundstücke bieten Platz für Ihre Familie, Hobbys oder Geschäftsideen und sind oft günstiger als äquivalenter Wohnraum in Städten.

Diese Kombinationen machen einen Bauernhof sowohl als Lebensmodell als auch als Kapitalanlage interessant.

Besondere Überlegungen beim Kauf eines Bauernhofs

Wer einen Bauernhof kauft, bindet sich langfristig. Neben dem Gebäudezustand und dem Renovierungsbedarf gibt es weitere Punkte, die Sie vor dem Kauf klären sollten:

Zustand des Bauernhofs und der Gebäude

Bevor Sie einen Bauernhof kaufen, sollten Sie den Zustand der Immobilie prüfen. Dazu gehören die Bausubstanz, das Dach, Fundamente sowie Wasserleitungen und elektrische Systeme. Ein Baugutachter kann Ihnen dabei helfen, versteckte Mängel aufzudecken und Sie so vor unerwarteten Renovierungskosten schützen.

Tipp: Verwenden Sie eine Drohne für die Besichtigung. Bei grossen Liegenschaften lassen sich so Dachzustände von Scheunen und die Bodenbeschaffenheit entlegener Parzellen prüfen.

Landwirtschaftliche Liegenschaft kaufen: Was ist zu beachten?

Möchten Sie eine landwirtschaftliche Liegenschaft kaufen, sollten Sie die Bodenqualität, vorhandene Wasserrechte und die Eignung des Landes und des Hofes für die geplanten landwirtschaftlichen Aktivitäten prüfen. Informieren Sie sich über lokale Vorschriften und das Zonenrecht, um zu wissen, ob Ihre geplante Nutzung zulässig ist.

Renovierungen und Modernisierungen

Viele Bauernhöfe benötigen Renovierungen. Klären Sie vorab, welche Massnahmen nötig sind, und kalkulieren Sie die Kosten und den Zeitbedarf realistisch.

Bauernhof kaufen und renovieren

Zugang zu lokalen Märkten und Infrastruktur

Überlegen Sie, wie gut der Bauernhof an Strassen, Märkte und allenfalls touristische Attraktionen angebunden ist. Eine gute Erreichbarkeit entscheidet über den Erfolg landwirtschaftlicher oder touristischer Projekte.

Umweltauswirkungen und nachhaltige Praktiken

Prüfen Sie, welche umweltfreundlichen Praktiken auf dem Bauernhof bereits vorhanden sind oder eingeführt werden könnten. Die Möglichkeiten reichen von Solaranlagen bis zu Wasseraufbereitungssystemen.

Günstige Bauernhäuser kaufen: Wo Schnäppchen zu finden sind

Viele Käufer suchen nach günstigen Bauernhöfen – manchmal aus Budgetgründen, manchmal als Renditeprojekt. Hier erfahren Sie, wo Sie bessere Preise finden:

Renovierungsobjekte

Alte Höfe mit Sanierungsbedarf sind deutlich günstiger. Die Investition in Renovierungen kann sich aber schnell amortisieren, wenn die Struktur solide ist.

Abgelegene Regionen

Kantone wie Jura, Teile des Wallis oder Gebirgskantone bieten oft tiefere Preise als periurbane Zonen (Zürich, Baselland).

Notverkäufe und Erbfälle

Private Verkäufe oder Erbsituationen bieten manchmal Verhandlungsspielraum. Maklerplattformen und lokale Anzeigen offenbaren solche Gelegenheiten.

Reine Ackerland- oder Waldbestände

Landparzellen ohne Wohnhaus sind oft billiger pro m², da sie keine Wohninfrastruktur bieten.

Wichtig: Ein niedriger Kaufpreis darf nicht über versteckte Kosten (Renovierungen, Erschliessung, rechtliche Hürden) hinwegtäuschen. Prüfen Sie gründlich, bevor Sie zusagen.

Verschiedene Arten von Bauernhöfen und deren Potenzial

Je nach Ziel und Budget stehen Ihnen verschiedene Hoftypen zur Auswahl – von der Renovierung historischer Gebäude bis zum Fachbetrieb:

Altes Haus mit landwirtschaftlichem Betrieb kaufen und renovieren

Viele Menschen träumen davon, ein altes Bauernhaus mit grossem Grundstück zu kaufen und es zu restaurieren. Das ermöglicht, historische Architektur zu bewahren und gleichzeitig zeitgemäss zu wohnen. Renovierungsprojekte können zwar umfangreich und kostspielig sein, bieten dafür aber die Chance, den Wert der Immobilie deutlich zu steigern. Diese Option eignet sich für alle, die ein Projekt suchen, das sich sowohl emotional als auch finanziell lohnt.

Landhaus kaufen

Ein Landhaus oder Hof mit weitläufigem Grundstück bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten: von der Landwirtschaft über Freizeitaktivitäten bis hin zur Tierhaltung. Diese Art von Bauernhof passt gut zu Käufern, die Platz für ihre Familie oder Geschäftsideen suchen. Ein grosses Grundstück bietet zudem Privatsphäre und Raum zur persönlichen Entfaltung, was in dichter besiedelten Gebieten oft schwer zu finden ist.

Spezialisierte Bauernhöfe wie einen Bio-Bauernhof kaufen

Der Trend zur Nachhaltigkeit und gesunden Lebensweise hat die Nachfrage nach biologisch bewirtschafteten Bauernhöfen erhöht. Ein Bio-Bauernhof ermöglicht es, sich in einer wachsenden Nische zu positionieren und Produkte zu erzeugen, die sowohl lokal als auch auf breiteren Märkten sehr gefragt sind. Das erfordert Fachwissen und die Einhaltung strenger Vorschriften, eröffnet aber die Chance auf eine wirtschaftlich und ethisch überzeugende Tätigkeit.

Ein Hof mit Kleintierhaltung kann auch als Begegnungsort für Familien gestaltet werden – etwa als Streichelzoo oder Erlebnisbauernhof. Solche Konzepte sind bewilligungspflichtig und müssen mit der landwirtschaftlichen Zonenplanung kompatibel sein.

Bauernhof mit Wald kaufen

Ein Bauernhof mit angrenzendem Wald bietet Vorteile sowohl ökologischer als auch wirtschaftlicher Natur. Neben der Landwirtschaft lässt sich so auch Forstwirtschaft betreiben. Der Holzverkauf oder die Biomassenutzung schaffen damit eine zusätzliche Einnahmequelle.

Ein eigener Wald eröffnet zudem Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten wie Wandern oder Tierbeobachtungen. Für Naturliebhaber, die nachhaltig leben möchten, ist ein Bauernhof mit Wald besonders interessant.

Scheune kaufen

Eine Scheune lässt sich auf viele Arten nutzen. Eine angebaute Scheune kann zu einem stilvoll gestalteten Wohnbereich, Ateliers, Veranstaltungsorten oder Lagerhallen umgebaut werden. Scheunen eignen sich auch als Lager, Werkstatt oder Hobbyraum. Die Nutzungsmöglichkeiten hängen von der Zonenplanung und allfälligen Baubewilligungen ab.

Bauernhof samt Stall und Scheune kaufen

Besonders gefragt sind Scheunen bei allen, die ein raumintensives Geschäft aufbauen möchten – etwa ein Antiquitätengeschäft oder einen Veranstaltungsservice.

Stall kaufen in der Schweiz

Ställe und kleinere Nebengebäude bieten gute Voraussetzungen für die Tierhaltung und -zucht – sei es für Pferde, Rinder oder kleinere Tiere wie Schafe und Ziegen. Mit einem Stallkauf können Sie entweder in die Landwirtschaft einsteigen oder Ihren bestehenden Betrieb erweitern. Zudem erlaubt Ihnen ein Stall, Tierpflege oder Reitstunden anzubieten und so zusätzliches Einkommen zu erzielen. Überprüfen Sie vor dem Stallkauf den baulichen Zustand, die Eignung für Ihre Tierhaltung und die Einhaltung von Tierschutzvorschriften.

Haus mit Pferdestall kaufen – ein Sonderfall in der Schweiz

Ein Haus mit angrenzendem oder integriertem Pferdestall ist eine beliebte Variante für Pferdebegeisterte und Reitbetriebe. Die Kombination bietet Wohnen und Pferdeverwaltung unter einem Dach. Beim Kauf sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Stallplätze: Mindestmasse richten sich nach der Tierschutzverordnung. Für Einzelboxen gelten je nach Stockmass des Pferdes unterschiedliche Vorgaben (z. B. mind. 9–12 m² für Pferde ab 150 cm).
  • Bodenqualität: Drainage und Entwässerung sind wichtig für die Pferdegesundheit.
  • Weideflächen: Als Richtwert gilt ca. 0,3–0,5 ha pro Pferd, abhängig von der Bodenqualität und Nutzungsintensität. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein regelmässiger Auslauf.
  • Reitplatz/Ausbildungsfläche: Optional, aber wertsteigernd.
  • Nähe zu Infrastruktur: Tierärzte, Hufschmiede, Futtermittelläden.

Solche Höfe sind besonders in Kantonen mit gut ausgebauter Reitinfrastruktur und stabilen Pferdemarktsegmenten gefragt.

Agrarland und Ackerland kaufen in der Schweiz

Ackerland lässt sich sowohl als Erweiterung eines bestehenden Betriebs als auch als Einzelinvestition erwerben. Ackerland ermöglicht es, Anbauflächen zu vergrössern, verschiedene Kulturen anzubauen oder – wo zonenrechtlich zulässig – in erneuerbare Energien wie Photovoltaik zu investieren.

In Gebieten mit aktiver landwirtschaftlicher Erschliessung kann Ackerland langfristig an Wert gewinnen.

Landwirtschaftsbetrieb pachten: Die Alternative zum Kauf

Wer in der Schweiz keinen Bauernhof kaufen möchte oder kann, hat eine Alternative: die Pacht. Eine klassische «Miete» landwirtschaftlicher Liegenschaften gibt es im Schweizer Recht nicht. Nutzungsüberlassungen landwirtschaftlicher Betriebe und Grundstücke fallen unter das Bundesgesetz über die landwirtschaftliche Pacht (LPG). Das gilt unabhängig davon, wie lange das Verhältnis dauert.

Bauernhof pachten anstatt kaufen

Das LPG schreibt für die erste Pacht Mindestpachtdauern von neun Jahren für landwirtschaftliche Gewerbe und sechs Jahren für einzelne Grundstücke vor (Art. 7 LPG). Kürzere Laufzeiten sind nur mit behördlicher Bewilligung möglich.

Pacht oder Kauf: Was passt zu Ihnen?

PachtKauf
KapitalbedarfGeringHoch
LaufzeitErstpacht: mind. 9 Jahre (Gewerbe) / mind. 6 Jahre (Grundstücke); Verlängerung: je 6 JahreUnbefristet
EigentumNeinJa
WertsteigerungNein (ausser Entschädigung für Investitionen)Möglich
PlanungssicherheitMittelHoch
Haftung/InstandhaltungGeteilt (je nach Vertrag)Vollständig
EinstiegshürdeNiedrigHoch (BGBB-Voraussetzungen)

Welche Option passt zu Ihrer Situation?

  • Kein Eigenkapital, keine Erfahrung: Pacht als Einstieg
  • Langfristiges Ziel, Eigenkapital vorhanden: Kauf prüfen
  • Bestehender Betrieb, Flächenerweiterung: Pacht von Einzelgrundstücken sinnvoll
  • Vermögensaufbau: Kauf (unter Einhaltung der BGBB-Anforderungen)

Bauernhof oder abgelegenes Haus in der Schweiz kaufen: In welchem Kanton?

Welcher Kanton passt, hängt von Ihren Zielen, Ihrem Budget und der geplanten Nutzung ab. Hier ein Überblick über beliebte Regionen:

Bauernhof um Zürich herum kaufen

Die Region Zürich eignet sich auch für diversifizierte Nutzungskonzepte, z. B. Eventlocations oder Direktvermarktung. Angesichts der Marktnähe sind solche Projekte wirtschaftlich interessant, aber die Preise liegen deutlich über dem Schweizer Durchschnitt.


Bauernhof kaufen in Baselland

Baselland bietet eine malerische Landschaft und ist bekannt für seine ruhige und friedliche Umgebung mit vielen Dorfzentren. Wer dem Stadtleben entfliehen möchte, findet hier oft grosszügigere Grundstücke zu günstigeren Preisen.


Bauernhof im Jura kaufen

Der Jura bietet ideale Bedingungen für die Landwirtschaft und ist besonders beliebt bei Käufern, die Viehzucht oder biologischen Anbau betreiben möchten. Die Abgeschiedenheit und natürliche Schönheit der Region sind grosse Pluspunkte, allerdings ist die Anbindung eingeschränkt.


Bauernhof bei Luzern kaufen

Ein Hof in der Zentralschweiz – also in den Kantonen Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri und Schwyz – bietet nicht nur landwirtschaftliche Möglichkeiten, sondern auch touristisches Potenzial. Wer einen grösseren Stallteil zur Eventlocation ausbaut, erschliesst damit eine attraktive Zusatzeinnahmequelle.


Bauernhof im Kanton Wallis kaufen

Das Wallis bietet vielfältige landwirtschaftliche Möglichkeiten, von der Viehzucht bis zum Anbau bestimmter Kulturen, die vom milden Klima profitieren. Ein Hof im Wallis bietet oft spektakuläre Ausblicke und ist eine gute Wahl für Käufer, die sich auf Nischenlandwirtschaft konzentrieren möchten.

Bauernhof durch Versteigerung kaufen: Eine Alternative in der Schweiz

Bauernhöfe werden in der Schweiz auch durch Versteigerungen (Zwangsversteigerungen, Erbversteigerungen oder freiwillige Auktionen) angeboten.

Vorteile von Versteigerungen:

  • Können unter dem erwarteten Marktpreis liegen – der Spielraum ist jedoch durch die BGBB-Preiskontrolle begrenzt
  • Schneller Kaufabschluss
  • Transparente Abwicklung durch Behörden/Auktionäre
  • Keine privaten Verhandlungen nötig

Risiken:

  • Keine oder limitierte Besichtigung vor der Versteigerung
  • Versteckte Mängel oder Schulden können überraschend auftauchen
  • BGBB-Bewilligung ist weiterhin nötig – auch bei Versteigerungen müssen Käufer alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllen
  • Konkurrenz durch andere Bieter kann den Preis nach oben treiben
  • Keine Rückgabe oder Gewährleistung nach dem Kauf

Wo finden Sie Versteigerungen?

  • Zwangsversteigerungen über die kantonalen Betreibungs- und Konkursämter (ausgeschrieben in den kantonalen Amtsblättern)
  • Notariats- oder Amtsversteigerungen
  • Regionale Auktionshäuser oder spezialisierte Immobilienmakler für landwirtschaftliche Liegenschaften können ebenfalls Versteigerungen begleiten

Tipps für Versteigerungskäufe:

  1. Inspizieren Sie das Objekt vorab (meist vor der Auktion möglich).
  2. Holen Sie juristische und finanzielle Beratung ein, insbesondere zur BGBB-Konformität.
  3. Setzen Sie sich ein realistisches maximales Gebot und halten Sie sich daran.
  4. Prüfen Sie vorher, ob alle BGBB-Voraussetzungen erfüllbar sind und Sie die Bewilligung erhalten können.
  5. Kalkulieren Sie Reserven für unerwartete Kosten ein.

Versteigerungen können Schnäppchen sein – vorausgesetzt, Sie bereiten sich sorgfältig vor.

Fazit

Einen Bauernhof in der Schweiz zu kaufen, ist möglich, aber an klare Voraussetzungen geknüpft. Wer die BGBB-Anforderungen erfüllt, profitiert von einer wertstabilen Liegenschaft mit vielfältigem Nutzungspotenzial: von der aktiven Landwirtschaft über Direktvermarktung hin zu Spezialformen wie einem Bio-Betrieb oder einer Reitanlage.

Bereiten Sie sich sorgfältig vor: Klären Sie die Selbstbewirtschaftung, den Kaufpreis und die Finanzierung mit der kantonalen BGBB-Fachstelle. Ziehen Sie ausserdem Fachleute für Recht, Finanzen und Landwirtschaft bei, um Fehlinvestitionen zu verhindern und Zeit zu sparen.

Quellen

FAQ

Wer darf einen Bauernhof in der Schweiz kaufen?

Einen Bauernhof kaufen dürfen primär Selbstbewirtschafter mit der nötigen fachlichen Qualifikation. Nicht-Landwirte erhalten eine Bewilligung für landwirtschaftliche Gewerbe nur in Ausnahmefällen – etwa wenn kein Landwirt das Objekt zum zulässigen Preis erwerben möchte. Die Bewilligung setzt zudem voraus, dass der Kaufpreis nicht überhöht ist und das Grundstück im ortsüblichen Bewirtschaftungsbereich des Betriebs liegt.

Was ist beim Kauf eines alten Bauernhofs besonders zu beachten?

Achten Sie besonders auf das Fundament, das Dach, Feuchtigkeit in den Wänden und die allgemeine Bausubstanz. Beauftragen Sie einen Baugutachter – er deckt versteckte Mängel auf, bevor Sie sich zu unvorhergesehenen Kosten verpflichten.

Kann ich einen Bauernhof auch pachten statt kaufen?

Ja, die Pacht ist eine gute Alternative – besonders für alle, die erst Erfahrungen sammeln möchten, bevor sie kaufen. Das LPG schreibt Mindestpachtdauern vor: neun Jahre für landwirtschaftliche Gewerbe, sechs Jahre für einzelne Grundstücke.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Bauernhof nachhaltig zu bewirtschaften?

Nachhaltigkeit wird in der Landwirtschaft immer wichtiger. Dazu gehören der biologische Landbau, die Verwendung von erneuerbaren Energiequellen wie Solar- oder Windenergie sowie der Einsatz wassersparender Technologien. Ausserdem können Landwirte Förderprogramme in Anspruch nehmen, die nachhaltige Praktiken unterstützen und finanzielle Anreize für Umweltschutzmassnahmen bieten.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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