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Hausverkauf: Wie viele Besichtigungen sind bis zum Verkauf nötig?

Oliver S.
08.04.2025
7 min
Inhaltsverzeichnis

Der Verkauf einer Immobilie ist selten ein Selbstläufer. Wie viele Besichtigungstermine realistisch sind, welche Faktoren die Zahl der Interessenten beeinflussen und wie Sie durch eine gute Vorbereitung schneller zum Abschluss kommen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Egal, ob Eigentumswohnung, Haus oder vermietete Liegenschaft – wir zeigen Ihnen, worauf Sie als Verkäufer achten sollten.

Das Wichtigste in aller Kürze:

  • In der Schweiz sind im Durchschnitt 5 bis 10 Besichtigungen nötig, bis ein ernsthaftes Kaufangebot eingeht.
  • Weniger als 5 Besichtigungen deuten auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine überzeugende Präsentation hin.
  • Mehr als 10 Besichtigungen ohne Angebote sind ein Warnsignal – Preis, Zustand oder Vermarktung sollten überprüft werden.

Wie viele Besichtigungen sind beim Immobilienverkauf normal?

Die Anzahl der Besichtigungen bis zum Verkauf hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von der Art der Immobilie, dem Zustand, der Lage des Hauses und dem Angebotspreis. Durchschnittlich sind in der Schweiz zwischen 5 und 10 Besichtigungstermine nötig, bis ein ernst gemeintes Kaufangebot eingeht.

Einige Verkäufer haben Glück und finden nach einer einzigen Besichtigung einen passenden Käufer. In anderen Fällen braucht es dutzende Anfragen und zahlreiche Termine, bis Sie ein gutes Angebot erhalten. Wer eine Immobilie in besonders gefragter Lage oder mit einem realistischen Preis anbietet, hat meist weniger Aufwand.

Orientierung für Verkäufer:

  • 1–5 Besichtigungen → normal bei marktgerechtem Preis und guter Präsentation
  • 6–10 Besichtigungen → üblich bei mittlerem Preisniveau oder erklärungsbedürftiger Immobilie
  • Mehr als 10 Besichtigungen ohne Angebot → Hinweis auf ein mögliches Problem: Zustand, Preis, Ausstattung oder Vermarktung

Welche Faktoren beeinflussen die Anzahl der Besichtigungen?

Die Anzahl der Besichtigungen wird massgeblich durch folgende Aspekte beeinflusst:

  1. Angebotspreis der Immobilie – Haben Sie einen zu hohen Preis angesetzt, schreckt er potenzielle Käufer ab. Ein zu niedriger Preis führt hingegen oft zu mehr Besuchern – nicht immer zu ernsthaften Interessenten. Vieles kommt auf den aktuellen Markt an. 
  2. Art der Immobilie – Eine Eigentumswohnung in zentraler Lage generiert mehr Anfragen als ein abgelegenes Mehrfamilienhaus oder ein Gewerbeobjekt.
  3. Zustand der Immobilie – Eine gepflegte, einzugsbereite Immobilie erfordert weniger Überzeugungsarbeit als ein sanierungsbedürftiges Haus.
  4. Lage – Die Lage im Stadtzentrum, die Nähe zu Schulen oder zum See sind klare Pluspunkte – sie erhöhen die Zahl der Anfragen und der Besichtigungen.
  5. Qualität der Vermarktung – Ein ansprechendes Exposé, hochwertige Fotos, ein erfahrener Immobilienmakler und ein strukturierter Besichtigungstermin sind entscheidende Faktoren.

Nehmen wir an, Sie haben unser Tool zur Berechnung des Wertes Ihrer Immobilie genutzt und dabei erfahren, dass Ihre Immobilie CHF 520'000.- wert ist. Sie möchten jedoch versuchen, einen besseren Preis zu erzielen und offerieren sie zunächst für CHF 550'000.-.

Vermutlich werden auch mögliche Interessenten sich unseres Tools bedienen und feststellen, dass Ihre Immobilie zu teuer verkauft werden soll. In einem solchen Fall werden Sie vermutlich weniger oder gar keine Besichtigungen verzeichnen können.

Sie wollen Ihre Wohnung verkaufen: Wann eine hohe Anzahl der Besichtigungen ein Warnzeichen für Verkäufer ist

Nicht jede Besichtigung führt zum Abschluss. Das ist vollkommen normal. Doch wenn mehr als zehn potenzielle Käufer Ihr Haus oder Ihre Wohnung besichtigt haben und kein einziges Angebot eingeht, sollten Sie die Situation kritisch prüfen. Eine hohe Anzahl der Besichtigungen ist zumeist kein gutes Zeichen.

In vielen Fällen liegt der Grund nicht bei den Interessenten, sondern bei der Immobilie selbst oder der Art der Präsentation.

Mögliche Ursachen können sein:

  • ein zu hoher Angebotspreis der Immobilie
  • erkennbare Mängel oder ein schlechter Zustand der Immobilie
  • eine unvorteilhafte Raumaufteilung oder veraltete Ausstattung
  • keine ausreichende Vorbereitung durch den Verkäufer
  • schlechte Fotos oder unklare Informationen im Exposé

Die Erfahrungen zeigen: Interessenten, die mehrfach kommen, aber keine Entscheidung treffen, haben oft eine andere Vorstellung oder erkennen Schwachstellen, die ihnen erst bei der Besichtigung auffallen. Als Verkäufer sollten Sie daher aufmerksam zuhören, wenn bei mehreren Besichtigungen immer wieder dieselben Fragen oder Vorbehalte geäussert werden.

🚩 Achtung: Bei 15 oder mehr Besichtigungen ohne ein einziges Angebot ist es Zeit, dass Sie Ihre Verkaufsstrategie anpassen. Es kann sich um kleinere Probleme handeln, etwa fehlende Modernisierungen oder eine unklare Raumwirkung, aber auch um grundlegendere Faktoren wie einen unpassenden Preis. Eine realistische Einschätzung des aktuellen Marktwerts hilft, Klarheit zu schaffen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag: Wie verkaufen Sie Ihre Liegenschaft-Anleitung

Wie Sie Ihre Immobilie optimal für Besichtigungen vorbereiten

Die Präsentation der Immobilie ist entscheidend dafür, wie viele Besichtigungen nötig sind und ob potenzielle Käufer ein Angebot abgeben. Je besser der erste Eindruck, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Verkaufs.

Bereits der Aussenbereich sollte einen gepflegten Eindruck machen. Ein sauberer Eingangsbereich, ordentliche Wege, geschnittene Hecken und ein ansprechender Vorgarten können darüber entscheiden, ob ein Interessent überhaupt eintreten möchte. Kleine Massnahmen wie eine neue Fussmatte oder frische Blumen machen oft den Unterschied.

Im Innenbereich sollten Verkäufer auf Sauberkeit, Ordnung und neutrale Gestaltung achten. Räume sollten hell, gut gelüftet und aufgeräumt sein. Persönliche Gegenstände sollten möglichst reduziert werden, um Interessenten die Vorstellung zu erleichtern, selbst dort zu wohnen. Kleinere Probleme wie lose Türgriffe, fleckige Wände oder beschädigte Sockelleisten sollten Sie vor der ersten Besichtigung beheben.

Die Art der Präsentation folgt am besten einer klaren Struktur. Empfehlenswert ist eine feste Reihenfolge: Beginn im Wohnzimmer, danach Küche und Schlafzimmer, abschliessend eventuell Keller oder Dachboden. Der Rundgang endet idealerweise im Raum mit der grössten Wirkung – meist dem Wohnzimmer – wo weitere Gespräche geführt werden können.

Wer gut vorbereitet ist und auf Details achtet, verringert die Zahl der Besichtigungen deutlich und verbessert die Chance auf ein gutes Angebot.

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Welche Fragen potenzielle Käufer bei einer Besichtigung stellen

Ein Grossteil der Besichtigungen entscheidet sich durch die Qualität der Informationen, die Verkäufer im Zusammenhang mit den Besichtigungen geben können. Wer auf die wichtigsten Fragen vorbereitet ist, schafft Vertrauen, zeigt Professionalität und beeinflusst die Kaufentscheidung positiv.

Ernsthafte Interessenten wollen vor allem eins: Klarheit. Deshalb sollten Verkäufer bereit sein, konkrete und vollständige Antworten zu geben. Diese Informationen sollten entweder im direkten Gespräch oder schriftlich in einem Dossier übergeben werden.

Typische Fragen potenzieller Käufer sind:

  • Wie gross ist die Grundfläche des Hauses, und wie viele Räume gibt es?
  • Welche monatlichen Nebenkosten fallen an (Heizung, Wasser, Abgaben)?
  • Wann wurde zuletzt renoviert oder modernisiert? Gibt es Sanierungsbedarf?
  • Gibt es bekannte Mängel oder Einschränkungen bei der Nutzung und sind kleinere oder auch grössere Reparaturen notwendig?
  • Bestehen Belastungen im Grundbuch, etwa Wegerechte oder Nutzniessungen?
  • Wie ist die Lage in Bezug auf die Verkehrsanbindung, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten?
  • Wie ist das Verhältnis zu den Nachbarn?

Ein Verkäufer, der diese Fragen klar und ohne Ausflüchte beantworten kann, vermittelt Sicherheit. Offene Kommunikation ist besonders bei einem höheren Angebotspreis wichtig, um nicht den Eindruck zu erwecken, es solle ein Problem auf elegante Art kaschiert werden.

Wer wichtige Informationen strukturiert und ehrlich weitergibt, erhöht die Chance auf einen reibungslosen Ablauf und einen erfolgreichen Abschluss der Besichtigung.

Wie Sie Besichtigungstermine effizient organisieren

Die Organisation der Besichtigungstermine liegt in der Verantwortung des Verkäufers – oder des Maklers, falls beauftragt. Eine klare Struktur hilft, Zeit zu sparen, professionell aufzutreten und die Interessen aller Beteiligten – insbesondere bei vermieteten Objekten – zu berücksichtigen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, pro Termin nur einen Interessenten oder ein Paar einzuplanen. Einzelbesichtigungen wirken persönlicher und geben potenziellen Käufern das Gefühl, dass ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Verkäufer profitieren, da sie besser auf Fragen eingehen und die Reaktionen gezielt beobachten können.

Typischer Rhythmus: ein Termin alle ein bis zwei Stunden an einem Besichtigungstag. So entstehen weder Wartezeiten noch Überschneidungen.

Bei vermieteten Immobilien ist es wichtig, dass Sie sich mit Ihren Mietern absprechen. Die Besichtigungstermine sollten frühzeitig angekündigt, auf ein Minimum begrenzt und möglichst auf bereits vorgegebene Termine gelegt werden. Die Vermieterschaft ist verpflichtet, Rücksicht auf Ruhezeiten und die Privatsphäre der Mieter zu nehmen. Ausserordentliche Kündigungen sind ausserdem nicht ohne weiteres möglich. Beachten Sie also die vertraglichen Kündigungsfristen, wenn Sie einen Mieter gehen lassen wollen. 

Beauftragen Sie einen erfahrenen Makler, kann dieser den organisatorischen Aufwand übernehmen. Mit einem Zweitschlüssel ausgestattet, führt er die Termine eigenständig durch und filtert echte Interessenten vor. Das spart Ihnen als Verkäufer Zeit und reduziert die Anzahl der Besichtigungen, die Sie selbst durchführen müssen.

Fazit

Die Anzahl der Besichtigungen bis zum Verkauf einer Immobilie variiert stark und wird durch viele Faktoren beeinflusst – darunter Lage, Zustand, Art der Immobilie und der gewählte Angebotspreis. Ein erfolgreicher Verkauf ist keine Frage der Menge an Terminen, sondern der Qualität der Vorbereitung.

Wer den Verkaufsprozess professionell angeht, auf die typischen Fragen potenzieller Käufer vorbereitet ist und strukturiert vorgeht, kann bereits mit wenigen Besichtigungen zum Abschluss kommen. Tritt nach mehreren Terminen kein Kaufinteresse auf, sollten Sie als Verkäufer aktiv werden und den Preis, die Präsentation oder Ihre Strategie überdenken.

Eine marktgerechte Bewertung, eine zielgruppenorientierte Vermarktung und ein durchdachtes Besichtigungskonzept erhöhen die Chance auf ein gutes Angebot – und auf einen erfolgreichen Verkauf mit überschaubarem Aufwand.

FAQ

Wie oft sind Besichtigungstermine beim Hausverkauf üblich?

Je nach Immobilie und Marktumfeld sind durchschnittlich zwischen fünf und zehn Besichtigungstermine realistisch. In Einzelfällen reichen ein bis zwei Termine, während bei schwer vermittelbaren Objekten auch deutlich mehr Besichtigungen nötig sein können.

Wie viele Besichtigungen sind normal?

Fünf bis acht Besichtigungen ohne Angebot gelten als normal. Bei mehr als zehn Besichtigungen sollten Verkäufer die Immobilie, den Angebotspreis oder die Präsentation kritisch hinterfragen.

Wie viele Besichtigungen sind nötig, um zu verkaufen?

Es gibt keine festgelegte Anzahl. Ein Verkauf kann nach der ersten Besichtigung erfolgen oder erst nach 15 Terminen. Die Zahl hängt stark von der Lage, dem Zustand der Immobilie, der Zielgruppe und der Vermarktung ab.

Wie viele Besichtigungstermine muss ich in der Schweiz zulassen?

Für Eigentümer gibt es keine rechtliche Pflicht zur Anzahl der Termine. Verkäufer entscheiden selbst, wie viele Besichtigungen sie anbieten – idealerweise abgestimmt auf die Nachfrage.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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