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Haus selbst verkaufen oder über einen Makler?

Oliver S.
11.02.2026
7 min
Inhaltsverzeichnis

Wer seine Immobilie verkauft, möchte vor allem eines: den bestmöglichen Preis in einem überschaubaren Zeitrahmen erzielen. Doch lohnt es sich, sein Haus selbst zu verkaufen, oder ist ein Immobilienmakler trotz Provision die bessere Wahl?

Das Wichtigste im Überblick
  • Der Hausverkauf ohne Makler spart zwar Provisionen, erfordert aber Zeit, Marktkenntnis und Verhandlungserfahrung

  • Ein Immobilienmakler erzielt im Durchschnitt höhere Verkaufspreise, trotz Kosten

  • Häufige Risiken beim Privatverkauf sind Fehlpreis, geringe Reichweite und schwache Verhandlungsposition

  • Makler übernehmen Bewertung, Vermarktung, Käuferqualifikation und Verhandlungen

  • Die richtige Wahl hängt von Zeitbudget, Erfahrung, Verkaufsdruck und Risikobereitschaft ab

Laut Eigentümerverband Winterthur1 verkaufen 88 Prozent der Hauseigentümer einen Makler für den Verkauf ihrer Immobilie, und das aus gutem Grund, wie Sie im Verkauf des Beitrags noch sehen werden.

Haus selbst verkaufen oder Makler beauftragen? Der direkte Vergleich

Ob Sie Ihr Haus selbst verkaufen oder einen Immobilienmakler beauftragen, wirkt sich auf Kosten, Verkaufspreis, Aufwand und Sicherheit des gesamten Prozesses aus. Die folgende Gegenüberstellung erklärt die wichtigsten Unterschiede anhand zentraler Kriterien und hilft Ihnen, die für Ihre Situation passende Entscheidung zu treffen.

KriteriumVerkauf ohne MaklerVerkauf mit Makler
A. KostenKeine Provisionca. 2–3 % vom Verkaufspreis
B. VerkaufspreisRisiko von Unter- oder ÜberbewertungTendenziell höher durch Marktkenntnis
C. ReichweiteMeist begrenztGrosses Käufernetzwerk & Portale
D. ZeitaufwandHoch (Inserate, Besichtigungen, Nachfassen)Gering – Makler übernimmt
E. VerhandlungEmotional & unerfahrenProfessionell & strategisch
F. Recht & AblaufEigenverantwortungStrukturierter, sicherer Prozess
G. Geeignet fürErfahrene Verkäufer mit ZeitMehrheit der Eigentümer

A. Kosten

Der offensichtlichste Unterschied liegt bei den Kosten. Beim Privatverkauf fällt keine Maklerprovision an, was auf den ersten Blick attraktiv wirkt. Beim Verkauf über einen Makler liegt die Provision in der Regel bei rund 2–3 % des Verkaufspreises. Diese Kosten entstehen jedoch meist nur bei erfolgreichem Abschluss und stehen häufig einem höheren erzielten Verkaufspreis gegenüber.

B. Verkaufspreis

Ohne professionelle Unterstützung besteht beim Privatverkauf ein hohes Risiko der Unter- oder Überbewertung. Ein zu hoher Preis verlängert die Verkaufsdauer, ein zu tiefer Preis kostet bares Geld. Makler hingegen verfügen über Marktkenntnis, Vergleichsdaten und Erfahrung, was in der Praxis immer auch zu einem tendenziell höheren Verkaufspreis führt.

C. Reichweite

Private Verkäufer erreichen Interessenten meist über einzelne Portale oder das eigene Netzwerk – die Reichweite bleibt begrenzt.
Makler greifen auf grosse Käuferdatenbanken, mehrere Immobilienportale und bestehende Suchmandate zurück und erhöhen damit die Nachfrage deutlich.

D. Zeitaufwand

Ein Haus selbst zu verkaufen bedeutet einen hohen zeitlichen Aufwand: Inserate erstellen, Anfragen beantworten, Besichtigungen organisieren und Interessenten aktiv nachfassen. Beim Maklerverkauf ist der Aufwand für Eigentümer deutlich geringer, da der Makler diese Aufgaben vollständig übernimmt.

E. Verhandlung

Private Verkäufer verhandeln oft emotional und ohne klare Strategie, was zu ungünstigen Zugeständnissen führen kann. Ein Makler verhandelt professionell, sachlich und strategisch, kennt gängige Taktiken und kann auch in schwierigen Situationen den Preis absichern.

F. Recht & Ablauf

Beim Privatverkauf tragen Eigentümer die volle Eigenverantwortung für Unterlagen, Fristen und den korrekten Ablauf. Fehler können teuer oder verzögernd sein. Makler sorgen für einen strukturierten, rechtssicheren Prozess, koordinieren Notar, Käufer und Banken und minimieren Risiken.

G. Geeignet für

Ein Verkauf ohne Makler eignet sich vor allem für erfahrene Verkäufer mit ausreichend Zeit, Marktkenntnis und geringer Verkaufsdringlichkeit. Der Verkauf mit Makler ist für die Mehrheit der Eigentümer sinnvoll – insbesondere bei hohem Immobilienwert, Zeitmangel oder dem Wunsch nach maximalem Verkaufspreis.

Wenn Sie vielleicht 25'000 Franken an Provision sparen, aber gleichzeitig 80'000 Franken weniger für Ihr Haus bekommen, haben Sie ein schlechtes Geschäft gemacht.

Welche Risiken bestehen, wenn Sie das Haus selbst verkaufen?

Risiko 1: Den Wert der Immobilie überschätzen

Wenn Sie den Wert Ihrer Immobilie zu hoch ansetzen, riskieren Sie, dass sie überhaupt nicht verkauft wird. Ein überteuertes Objekt, das zu lange auf dem Markt bleibt, kann potenzielle Käufer zudem abschrecken. Dies kann dazu führen, dass das Haus vom Markt genommen und später zum richtigen Preis erneut angeboten werden muss.

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Risiko 2: Unterhalb des Marktpreises verkaufen

Manchmal unterschätzen Eigentümer den Wert ihrer Immobilie und kümmern sich nicht um notwendige Renovierungen oder Reparaturen. Einige Verkäufer befinden sich auch in einer Situation sein, in der sie ein Angebot annehmen müssen, weil sie entweder keine alternativen Angebote vorliegen haben oder Ihre Immobilie schnellstmöglich verkaufen müssen.

Risiko 3: Nicht die maximale Anzahl potenzieller Käufer erreichen

Um möglichst viele interessante Angebote zu erhalten, ist es wichtig, so viele Käufer wie möglich zu erreichen. Bei starker Konkurrenz ist es nicht unüblich, dass Käufer in einen Bieterwettbewerb geraten. Dazu muss die Anzeige jedoch auf möglichst vielen Kanälen verbreitet werden. Viele Verkäufer, die ihr Haus selbst verkaufen wollen, stellt allein dieser Aufwand vor ein grosses Problem.

Risiko 4: Die Immobilie nicht richtig in Szene setzen

Bei Fotos und Besichtigungen ist es wichtig, auf den emotionalen Aspekt zu achten, um potenziellen Käufern einen guten ersten Eindruck zu vermitteln. Es ist nicht immer einfach, die eigenen Vorlieben beiseitezulassen und Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung so zu präsentieren, dass es einer breiten Masse gefällt. Dabei können Sie mit einem Fachmann fürs Home Staging das Potenzial Ihrer Immobilie extrem steigern – was Home Staging ist und wie es funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Risiko 5: Die Käufer nicht verfolgen

Interessenten sind in der Regel sehr aktiv auf dem Markt und besichtigen viele Objekte. Um ihre Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und sie zu Angeboten zu ermutigen, ist es wichtig, ihnen zu folgen und nachzufassen. Sie sollten sich daher sorgfältig überlegen, ob Sie über die Zeit, das Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um Ihr Haus selbst zu vermarkten und zu verkaufen.

Wenn Sie sich unsicher sind oder wenig Erfahrung haben, ist es wahrscheinlich besser, die Dienste eines erfahrenen Immobilienmaklers in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass Sie den bestmöglichen Verkaufspreis für Ihr Haus erzielen. Welche Vorteile das hat, verraten wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Tipps für die Auswahl des richtigen Immobilienmaklers

  1. Recherche: Beginnen Sie Ihre Suche nach einem Immobilienmakler, indem Sie online recherchieren, Freunde und Familie um Empfehlungen bitten und lokale Immobilienanzeigen durchsehen. Erstellen Sie eine Liste von Maklern, die in Ihrer Gegend tätig sind und gute Bewertungen haben.
  2. Überprüfung von Erfolgsbilanzen: Untersuchen Sie die Erfolgsbilanz der Immobilienmakler auf Ihrer Liste. Achten Sie darauf, wie lange sie in der Branche tätig sind, wie viele Häuser sie erfolgreich verkauft haben und ob ihre Verkaufspreise in der Regel nahe an den Listenpreisen liegen.
  3. Persönliche Treffen: Vereinbaren Sie persönliche Gespräche mit mehreren Immobilienmaklern, um ihre Fachkenntnisse, Erfahrungen und den von ihnen angebotenen Service zu bewerten. Stellen Sie Fragen zu ihrem Verkaufsprozess, ihrer Marketingstrategie und den Gebühren, die sie für ihre Dienstleistungen verlangen.
  4. Kommunikation und Professionalität: Achten Sie darauf, wie gut der Immobilienmakler kommuniziert und wie professionell er sich verhält. Sie möchten jemanden, der leicht erreichbar ist, klare Antworten auf Ihre Fragen gibt und Ihnen regelmässige Updates zum Verkaufsprozess liefert.
  5. Fachwissen über die lokale Nachbarschaft: Ein guter Immobilienmakler sollte die lokale Nachbarschaft und den Immobilienmarkt genau kennen. Sie sollten in der Lage sein, Ihnen Informationen über lokale Schulen, Verkehrsanbindungen und andere Faktoren zu geben. Diese könnten den Wert Ihrer Immobilie beeinflussen.
  6. Vertrauen und Komfort: Wählen Sie einen Immobilienmakler, bei dem Sie sich wohl und sicher fühlen. Sie werden eng mit dieser Person zusammenarbeiten, um Ihr Haus zu verkaufen, daher ist es wichtig, dass Sie ihnen vertrauen und sich auf sie verlassen können.
  7. Vertragsbedingungen: Bevor Sie einen Immobilienmakler beauftragen, stellen Sie sicher, dass Sie die Bedingungen des Vertrags, einschliesslich der Vertragsdauer und der Kündigungsbedingungen, genau verstehen. Achten Sie darauf, dass alle Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden, um zukünftige Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden. Auch bei der Kommunikation mit dem Notar kann er behilflich sein.

Indem Sie sich die Zeit nehmen, den richtigen Immobilienmakler sorgfältig auszuwählen, können Sie sicherstellen, dass Sie den bestmöglichen Service erhalten. Ein kompetenter und engagierter Immobilienmakler wird Ihnen helfen, den bestmöglichen Verkaufspreis für Ihr Haus zu erzielen. Er kann zudem mögliche Fallstricke und Herausforderungen während des Verkaufsprozesses minimieren. Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung selbst verkaufen zu wollen, ist dann sicher keine Frage mehr für Sie.

Fazit: Haus bzw. Wohnung privat oder mit Makler verkaufen?

Der Hausverkauf ist kein rein technischer Vorgang, sondern ein komplexer Prozess aus Preisstrategie, Marketing, Psychologie und Verhandlung. Zwar sparen Eigentümer beim Privatverkauf die Maklerprovision, doch zeigen Marktdaten klar: Immobilien werden mit Makler häufig teurer verkauft – und schneller.

Für die meisten Eigentümer in der Schweiz überwiegen deshalb die Vorteile eines professionell begleiteten Verkaufs. Wer jedoch Erfahrung, Zeit und Marktkenntnis mitbringt, kann den Verkauf auch selbst erfolgreich umsetzen – sollte sich der Risiken aber bewusst sein.

Faustregel:
Je höher der Immobilienwert und je geringer Ihre Verkaufserfahrung, desto sinnvoller ist ein Makler.


Übrigens: Der Kanton Genf veröffentlicht einen Bericht über Immobilientransaktionen. Hier sind die Ergebnisse:

  • Über 80 % der Wohnungs- und Hausverkäufe wurden mit einem Makler abgewickelt.
  • Der mittlere Verkaufspreis für ein Einfamilienhaus ist 4 % höher, wenn ein Immobilienmakler beteiligt ist.
  • Der mittlere Verkaufspreis einer Wohnung fällt um 29 % höher aus, wenn ein Immobilienmakler am Verkauf beteiligt ist.

Quellen

  1. HEV Winterthur: https://www.hev-winterthur.ch/ratgeber/der-richtige-immobilienmakler-fuer-den-hausverkauf/, abgerufen am 31.12.2025 ↩︎

FAQ

Was ist zu tun, wenn man sein Haus bzw. seine Wohnung ohne Makler verkauft?

Beim Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung ohne Makler gibt es einige wichtige Schritte zu beachten:

  • Marktanalyse: Informieren Sie sich über den aktuellen Immobilienmarkt und vergleichen Sie ähnliche Objekte in Ihrer Umgebung, um eine realistische Preisvorstellung zu erhalten.
  • Hochwertige Präsentation: Erstellen Sie professionelle Fotos und eine ansprechende Beschreibung Ihrer Immobilie. Dies ist entscheidend, um potenzielle Käufer anzusprechen.
  • Vermarktung: Nutzen Sie verschiedene Kanäle zur Vermarktung Ihrer Immobilie, darunter Online-Immobilienportale, Social Media oder Mund-zu-Mund-Propaganda.
  • Besichtigungen: Planen und führen Sie die Besichtigungen selbst durch. Bereiten Sie sich gut vor, um alle Fragen der Interessenten beantworten zu können.
  • Verhandlungen: Seien Sie auf Preisverhandlungen vorbereitet und halten Sie alle relevanten Dokumente für den Verkaufsprozess bereit.
  • Verkaufsabwicklung: Kümmern Sie sich um die rechtlichen Aspekte des Verkaufs, wie den Kaufvertrag und die Handänderung im Grundbuch.
Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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