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Verkaufsprozess einer Immobilie: Definition und Phasen

Yassin StotzAktualisiert am 11.09.20264 Min. Lesezeit

Der Verkaufsprozess einer Immobilie beschreibt den Weg vom Verkaufsentscheid bis zum Eintrag des neuen Eigentümers im Grundbuch. Dazu gehören die Bewertung, die Vorbereitung, die Vermarktung, die Besichtigungen mit den Verhandlungen und der Abschluss beim Notar. In der Schweiz ist dieser Weg rechtlich geregelt, denn ein Grundstückkaufvertrag wird erst mit der öffentlichen Beurkundung gültig. Wer die Phasen und die rechtlichen Vorgaben kennt, plant den Verkauf realistischer und vermeidet Verzögerungen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Definition: der Weg vom Verkaufsentscheid bis zum Eintrag im Grundbuch
  • Fünf Phasen: Bewertung, Vorbereitung, Vermarktung, Besichtigung und Verhandlung, Abschluss
  • Öffentliche Beurkundung (Art. 216 OR): Formpflicht für den Grundstückkaufvertrag
  • Eigentumsübergang (Art. 656 ZGB): erst mit dem Grundbucheintrag, nicht mit der Unterschrift
  • Grundstückgewinnsteuer: in allen Kantonen, meist mit Sicherstellung beim Notariat
  • Handänderungssteuer: kantonal geregelt, meist vom Käufer getragen

Was ist der Verkaufsprozess einer Immobilie?

Der Verkaufsprozess einer Immobilie ist der gesamte Ablauf, den ein Eigentümer vom Verkaufsentscheid bis zur rechtsgültigen Übertragung durchläuft. Er bündelt die Wertermittlung, die Aufbereitung des Objekts, die Suche nach Käufern und den rechtlichen Abschluss. Ein sauberer Verkaufsprozess hilft Ihnen, Ihre Aufgaben und die Fristen im Blick zu behalten und rechtliche sowie steuerliche Fragen rechtzeitig zu klären.

Zwei Begriffe werden oft verwechselt. Der Verkaufsprozess meint den Weg als Ganzes, während der Kaufvertrag das rechtliche Kernstück am Ende bildet, das beim Notar beurkundet wird. Den detaillierten Ablauf mit der Dauer und den Kosten behandelt der Leitfaden zum Ablauf beim Hausverkauf.

Die Phasen im Verkaufsprozess einer Immobilie

Der Verkaufsprozess einer Immobilie lässt sich in fünf Phasen gliedern, die aufeinander aufbauen. Die folgende Übersicht zeigt, was in jeder Phase geschieht und welches Ziel sie verfolgt:

PhaseWas geschiehtZiel
1. BewertungMarktwert ermitteln, Angebotspreis festlegenrealistischer Preis
2. VorbereitungUnterlagen sammeln, Objekt herrichtenvollständiges Verkaufsdossier
3. VermarktungExposé erstellen, inserieren, Interessenten ansprechenqualifizierte Anfragen
4. Besichtigung und VerhandlungTermine führen, Finanzierung abklären, Preis aushandelngeeigneten Käufer auswählen
5. AbschlussBeurkundung, Zahlung, Grundbucheintrag, ÜbergabeEigentumsübergang
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Ein realistischer Angebotspreis erleichtert Ihnen die Vermarktung, denn ein zu hoher Preis verlängert die Verkaufsdauer und ein zu tiefer Preis schmälert den Erlös. Bei der Auswahl des Käufers zählt neben dem Preis die Finanzierbarkeit. Eine Finanzierungsbestätigung der Bank gibt dem Verkäufer in der Regel zusätzliche Sicherheit, dass der Kauf zustande kommt.

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Rechtlicher Rahmen: Beurkundung und Eigentumsübergang

Der Abschluss folgt in der Schweiz festen Formvorschriften. Ein Grundstückkaufvertrag bedarf nach Art. 216 OR zu seiner Gültigkeit der öffentlichen Beurkundung durch eine Urkundsperson, meist einen Notar. Ohne diese Beurkundung ist der Vertrag rechtlich nicht wirksam. Welche Angaben in den Kaufvertrag gehören, erklärt die zugehörige Definition.

Vor dem Abschluss unterzeichnen viele Käufer eine Reservationsvereinbarung und leisten eine Reservationszahlung. Eine solche Vereinbarung ist aber nicht automatisch verbindlich. Enthält sie eine Verpflichtung zum Kauf, kann nach Art. 216 Abs. 2 OR auch für sie die öffentliche Beurkundung gelten. Ob eine Reservationszahlung bei einem Rücktritt zurückfliesst, hängt vom Inhalt der Vereinbarung ab und gehört mit der Urkundsperson geklärt.

Der Eigentumsübergang tritt später ein. Nach Art. 656 ZGB geht das Eigentum an einem Grundstück grundsätzlich erst mit dem Eintrag im Grundbuch auf den Käufer über, nicht schon mit der Unterzeichnung des Vertrags. Wie dieser Übergang im Grundbuch abläuft, zeigt der Beitrag zur Eigentumsübertragung.

Die einzelnen Schritte im Verkaufsprozess einer Immobilie entfalten dabei eine unterschiedliche rechtliche Wirkung. Die folgende Übersicht ordnet sie ein:

SchrittRechtliche Wirkung
Inserat und Angebotnoch keine Kaufpflicht
Reservationsvereinbarungnicht automatisch verbindlich
Öffentliche BeurkundungKaufvertrag wird formgültig
GrundbucheintragEigentum geht auf den Käufer über
Wischen zum Vergleichen →

Steuern und Unterlagen im Verkaufsprozess

Der Verkaufsprozess einer Immobilie hat auch steuerliche Folgen. Auf den Grundstückgewinn erheben alle Kantone die Grundstückgewinnsteuer, wobei sich der Gewinn aus dem Verkaufserlös abzüglich der Anlagekosten und der wertvermehrenden Investitionen ergibt und der Satz mit zunehmender Besitzesdauer sinkt. Zusätzlich erheben viele Kantone eine Handänderungssteuer oder eine Handänderungsgebühr auf den Eigentumswechsel, meist vom Käufer getragen, während einzelne Kantone darauf verzichten. Wie sich die Belastung berechnet, lesen Sie im Überblick zu den Steuern beim Hausverkauf.

Eine Besonderheit betrifft die Sicherstellung der Grundstückgewinnsteuer. Gestützt auf Art. 836 ZGB können die Kantone für diese Steuer ein gesetzliches Grundpfandrecht vorsehen, das auf der Immobilie selbst lastet. Deshalb behält das Notariat die mutmassliche Steuer beim Abschluss häufig zurück oder überweist sie direkt an das Steueramt. So ist der Käufer davor geschützt, später für eine offene Steuer des Verkäufers zu haften.

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Für den Abschluss und die Übergabe halten Sie alle Unterlagen bereit. Zu den wichtigsten Dokumenten gehören:

  • der aktuelle Grundbuchauszug
  • der Kataster- oder Lageplan
  • die Baupläne und die Grundrisse
  • der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), falls vorhanden oder erforderlich
  • die Belege über die werterhaltenden und die wertvermehrenden Investitionen
  • bei Stockwerkeigentum das Reglement, der Begründungsakt und die Protokolle der Eigentümerversammlung

Welche Nachweise im Einzelfall verlangt werden, hängt vom Kanton, von der Objektart und vom Käuferprofil ab. Die vollständige Übersicht bietet der Beitrag zu den Unterlagen für den Hausverkauf.

Fazit

Der Verkaufsprozess einer Immobilie verbindet in der Schweiz mehrere Ebenen: die praktischen Phasen von der Bewertung bis zur Übergabe, die rechtliche Form mit der Beurkundung und dem Grundbucheintrag und die steuerliche Abrechnung mit der Grundstückgewinnsteuer. Wer diese Ebenen kennt, setzt einen realistischen Preis, hält alle Unterlagen bereit und klärt die Finanzierung und die Steuern rechtzeitig.

Für die einzelnen Schritte mit der Dauer und den Kosten stützen Sie sich auf den oben verlinkten, weiterführenden Leitfaden zum Ablauf. Die Wertermittlung bildet die Grundlage für die Preis- und die Verkaufsstrategie und damit den fundierten Start in den Verkaufsprozess einer Immobilie.

Quellen

  • Schweizerisches Obligationenrecht, Art. 216 OR – öffentliche Beurkundung von Grundstückkaufverträgen: fedlex.admin.ch
  • Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 656 und Art. 836 ZGB – Eigentumserwerb und gesetzliches Grundpfandrecht: fedlex.admin.ch
  • Eidgenössische Steuerverwaltung – Grundstückgewinnsteuer im Schweizer Steuersystem: estv.admin.ch

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Verkaufsprozess einer Immobilie in der Schweiz?

In der Regel dauert der Verkauf mehrere Monate. Die Vorbereitung und die Vermarktung beanspruchen meist die meiste Zeit, während sich der Abschluss nach dem Kanton, dem Notariat und der Finanzierung richtet. Die genaue Dauer hängt vom Preis, von der Lage und von der Nachfrage ab.

Kann ich eine Immobilie ohne Makler verkaufen?

Ja, der Privatverkauf ist erlaubt und spart die Maklerprovision. Sie übernehmen dann alle Aufgaben selbst. Auf die öffentliche Beurkundung beim Notar können Sie jedoch nie verzichten, denn sie ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wann wird der Kaufpreis fällig?

Der Kaufpreis wird in der Regel bei der Eigentumsübertragung fällig. Bei der Beurkundung legt der Käufer meist ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen seiner Bank vor. Die Zahlung erfolgt rund um die Anmeldung im Grundbuch.

Welche Kosten entstehen im Verkaufsprozess?

Zu den üblichen Kosten zählen die Notar- und die Grundbuchgebühren, bei einem Mandat die Maklerprovision von je nach Region rund 2 bis 3 % und die Grundstückgewinnsteuer. Löst der Verkäufer eine Festhypothek vorzeitig auf, kann zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung der Bank anfallen.

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