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Konstruktionsfläche (KF)

Oliver S.
27.05.2026
6 min

Konstruktionsfläche (KF): Definition nach SIA 416

Die Konstruktionsfläche, kurz KF, bezeichnet nach der Schweizer Norm SIA 416 alle baulich gebundenen Bauteile eines Gebäudes – also Aussen- und Innenwände, Stützen, Pfeiler und Brüstungen, die innerhalb der Geschossfläche liegen. Sie ist Teil der Geschossfläche (GF), die im Schweizer Markt häufig auch als Bruttogeschossfläche (BGF) bezeichnet wird, und ergänzt die Nettogeschossfläche (NGF) zur Gesamtfläche aller Geschosse. Versetzbare Trennwände und Schrankwände zählen nicht dazu.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Konstruktionsfläche (KF) ist nach SIA 416 die Grundrissfläche aller tragenden und nicht tragenden Konstruktionsbauteile innerhalb der Geschossfläche (GF).
  • Dazu gehören Aussenwände, Innenwände, Stützen, Pfeiler, Brüstungen und kleine vertikale Schächte. Versetzbare Trennwände, Schrankwände und Einbaumöbel zählen nicht dazu.
  • Die KF ergibt sich rechnerisch aus der Differenz von Geschossfläche (GF) – in der Praxis meist Bruttogeschossfläche (BGF) genannt – und Nettogeschossfläche (NGF): KF = GF − NGF.
  • Bei Schweizer Wohnbauten liegt der Anteil der KF an der GF typischerweise zwischen 15 % und 20 %.
  • In Deutschland heisst die analoge Grösse Konstruktionsgrundfläche (KGF) nach DIN 277. Die Berechnungslogik ist ähnlich, die Normen sind jedoch nicht deckungsgleich.

Was ist die Konstruktionsfläche (KF)?

Die Abkürzung KF steht für Konstruktionsfläche. Die Norm SIA 416 erfasst damit alle Konstruktionsbauteile, die sich innerhalb der Geschossfläche (GF) befinden. Dazu gehören sowohl die das Gebäude umschliessenden Aussenwände als auch die innenliegenden Bauteile wie Innenwände, Stützen und Brüstungen. Die KF beschreibt also den baulich gebundenen Anteil eines Geschosses, der nicht nutzbar ist, weil er Wand, Stütze oder Schacht ist.

Zu unterscheiden sind zwei Arten:

  • Tragende Konstruktionsfläche: Aussenwände, tragende Innenwände, Stützen, Pfeiler.
  • Nicht tragende Konstruktionsfläche: Innenwände ohne statische Funktion, raumhohe Vormauerungen sowie kleine vertikale Installationsschächte. Grössere Schächte werden in der Regel der Funktionsfläche zugeordnet.

Bauteile, die nach SIA 416 nicht zur KF gehören, sind:

  • versetzbare Trennwände,
  • Schrankwände und Einbaumöbel,
  • konstruktive oder gestalterische Vor- und Rücksprünge,
  • Fuss- und Sockelleisten,
  • vorstehende Teile von Fenster- und Türbekleidungen.

Welche Rolle spielt die KF in der Geschossfläche?

Die Konstruktionsfläche ist eine von zwei Hauptkomponenten der Bruttogeschossfläche (BGF). Die Norm SIA 416 spricht hier streng genommen von der Geschossfläche (GF). Im Schweizer Immobilienmarkt wird derselbe Wert in der Praxis häufig als BGF bezeichnet.

Die zweite Hauptkomponente ist die Nettogeschossfläche (NGF), die alle tatsächlich nutzbaren Flächen umfasst. Beide zusammen ergeben die gesamte Geschossfläche eines Gebäudes.

Die folgende Tabelle zeigt die Flächengliederung nach SIA 416 im Überblick:

FlächeAbkürzungBestandteile
Geschossfläche (in der Praxis BGF)GFNGF + KF (Gesamtfläche aller ober- und unterirdischen Geschosse)
NettogeschossflächeNGFNutzfläche + Verkehrsfläche + Funktionsfläche
NutzflächeNFHauptnutzfläche (HNF) + Nebennutzfläche (NNF)
VerkehrsflächeVFTreppen, Korridore, Eingangshallen
FunktionsflächeFFTechnikräume (Heizung, Lüftung, grössere Schächte)
KonstruktionsflächeKFAussen- und Innenwände, Stützen, Brüstungen

Die KF ist also keine eigenständige Nutzfläche, sondern beschreibt den «konstruktiv gebundenen» Anteil eines Bauwerks. Sie wird vor allem bei Bewertungen, Kostenermittlungen und Wirtschaftlichkeitsrechnungen verwendet.

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Wie viel Prozent macht die Konstruktionsfläche aus?

Der Anteil der KF an der Geschossfläche hängt stark von der Bauweise, der Wandstärke und dem Gebäudetyp ab. Massivbauten mit dicken Aussenwänden haben einen höheren KF-Anteil als Leichtbauten. Auch stark unterteilte Gebäude wie Hotels oder Spitäler weisen mehr Konstruktionsfläche auf als offene Bürogebäude.

In der Schweizer Bewertungspraxis gelten folgende Werte als Richtgrösse:

GebäudetypAnteil KF an GF (BGF)Bemerkung
Einfamilienhaus (Massivbau)15 – 20 %abhängig von Wandstärke und Dämmstandard
Mehrfamilienhaus15 – 20 %typischer Richtwert im Wohnbau
Bürogebäude (offener Grundriss)10 – 15 %wenig Innenwände, leichte Trennsysteme
Hotel, Spital, Heim20 – 25 %viele tragende Trennwände, Schächte
Passiv-/Minergie-P-Bautentendenziell höherdickere Aussenwände wegen Dämmung

Diese Werte sind keine Norm, sondern Erfahrungswerte aus der Bewertungspraxis. Sie liefern eine erste Einordnung. Die genaue KF ergibt sich nur aus Plänen und Berechnungen.

Wie wird die Konstruktionsfläche berechnet?

Die KF lässt sich auf zwei Wegen ermitteln. Direkt aus den Plänen, indem alle aufgehenden Konstruktionsbauteile in ihrer Grundrissfläche aufsummiert werden. Oder rechnerisch als Differenz aus der Geschoss- und Nettogeschossfläche:

KF = GF − NGF

Ein vereinfachtes Praxisbeispiel: Ein Mehrfamilienhaus weist eine Geschossfläche (GF, in der Praxis BGF) von 1'200 m² aus. Die NGF beträgt 1'000 m². Daraus folgt:

KF = 1'200 m² − 1'000 m² = 200 m²

Das entspricht einem KF-Anteil von rund 17 % – im typischen Bereich für Schweizer Wohnbauten.

Wichtig: Massgebend sind die Aussenmasse der Bauteile inklusive Verputz und Wandbekleidungen, gemessen auf der Höhe des fertigen Bodenbelags. Sockelleisten sowie Vor- und Rücksprünge bleiben unberücksichtigt.

Konstruktionsfläche im Vergleich zu anderen Flächenarten

In der Schweizer Bewertungspraxis taucht die KF immer im Verbund mit anderen Flächenarten nach SIA 416 auf. Die wichtigsten Abgrenzungen:

Konstruktionsfläche vs. Geschossfläche (GF) bzw. BGF

Die GF umfasst die Grundflächen aller Geschosse eines Gebäudes – im Schweizer Markt wird dieser Wert in der Praxis meist als Bruttogeschossfläche (BGF) bezeichnet. Die KF ist ein Bestandteil der GF und beschreibt den nicht nutzbaren, baulich gebundenen Anteil. Es gilt: GF = NGF + KF.

Konstruktionsfläche vs. Nettogeschossfläche (NGF)

Die NGF ist der zur GF komplementäre Wert. Sie umfasst alle tatsächlich nutzbaren Flächen, also Nutzflächen, Verkehrsflächen und Funktionsflächen. Die KF wird bei der NGF herausgerechnet, weil sie nicht begehbar ist.

Konstruktionsfläche vs. Hauptnutzfläche (HNF)

Die Hauptnutzfläche ist der Teil der Nutzfläche, der dem Hauptzweck dient – also Wohn-, Büro- oder Geschäftsräume. Sie ist Teil der NGF und steht damit in direktem Gegensatz zur KF.

Konstruktionsfläche vs. Funktionsfläche (FF)

Die Funktionsfläche (FF) umfasst Räume für die Gebäudetechnik wie Heizung, Lüftung oder Elektroverteilung. Sie ist Teil der NGF, also nutzbar. Die KF dagegen ist die Wand- und Stützenfläche selbst.

SIA 416 vs. DIN 277: KF und KGF im Vergleich

In Deutschland gilt für Flächenberechnungen die Norm DIN 277, die die analoge Grösse als Konstruktions-Grundfläche (KGF) bezeichnet. Die Logik ist ähnlich: Die KGF ist die Differenz aus der Bruttogrundfläche und der Nettogrundfläche. Die Definitionen weichen jedoch im Detail ab. Schweizer Bewertungen und Bauanträge stützen sich auf SIA 416, weshalb deutsche Vergleichswerte nicht übertragbar sind.

Fazit

Die Konstruktionsfläche (KF) nach SIA 416 ist die Grundrissfläche aller Konstruktionsbauteile eines Gebäudes. Sie umfasst Aussen- und Innenwände, Stützen, Brüstungen und kleine Schächte. Sie bildet zusammen mit der Nettogeschossfläche (NGF) die Geschossfläche (GF), im Schweizer Markt meist als Bruttogeschossfläche (BGF) bezeichnet. Bei Schweizer Wohnbauten liegt der KF-Anteil typischerweise zwischen 15 % und 20 %, bei stark gegliederten Gebäuden wie Hotels oder Spitälern höher. Für die Immobilienbewertung ist die saubere Trennung zwischen nutzbarer und konstruktiv gebundener Fläche wichtig, da sie bestimmt, wie gross das tatsächlich verwertbare Raumangebot ist.

Wer für seine eigene Liegenschaft eine erste Wert- und Flächenschätzung sucht, kann mit aktuellen Marktdaten aus der eigenen Region starten.

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Quellen

  • Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Norm SIA 416 «Flächen und Volumen von Gebäuden und Anlagen» (Ausgabe 2003): shop.sia.ch
  • Kanton Graubünden, Amt für Raumentwicklung – Anwendung der SIA 416 im kantonalen Baurecht (Anhang MBauG): gr.ch
  • Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) – Flächenangaben in der Bewertungspraxis: svit.ch

FAQ

Was zählt zur Konstruktionsfläche?

Zur Konstruktionsfläche zählen nach SIA 416 alle festen Konstruktionsbauteile eines Gebäudes: Aussenwände, tragende und nicht tragende Innenwände, Stützen, Pfeiler, Brüstungen sowie raumhohe Vormauerungen und kleine vertikale Schächte. Nicht dazu zählen versetzbare Trennwände, Schrankwände, Einbaumöbel sowie Fuss- und Sockelleisten.

Was bedeutet die Abkürzung KF in der Immobilienbewertung?

KF steht für Konstruktionsfläche. In Schweizer Bauplänen und Bewertungen bezeichnet die KF nach SIA 416 die Grundrissfläche aller Konstruktionsbauteile eines Gebäudes. Sie ist Teil der Geschossfläche (GF), die in der Schweizer Marktpraxis meist als Bruttogeschossfläche (BGF) bezeichnet wird.

Wie hoch ist der Anteil der Konstruktionsfläche an der BGF?

Bei Schweizer Wohnbauten liegt der KF-Anteil typischerweise zwischen 15 % und 20 % der Geschossfläche (in der Praxis Bruttogeschossfläche, BGF). Bürogebäude mit offenem Grundriss liegen tiefer, stark unterteilte Gebäude wie Hotels, Heime oder Spitäler erreichen Werte bis 25 %. Auch Minergie-P-Bauten weisen wegen dickerer Aussenwände tendenziell höhere KF-Anteile auf.

Wie wird die Konstruktionsfläche berechnet?

Die Konstruktionsfläche wird entweder direkt aus den Plänen ermittelt – durch Aufsummieren aller aufgehenden Konstruktionsbauteile – oder als Differenz aus der Geschossfläche und der Nettogeschossfläche berechnet: KF = GF − NGF. Massgebend sind die Aussenmasse der Bauteile inklusive Verputz, gemessen auf der Höhe des fertigen Bodenbelags.

Was ist der Unterschied zwischen KF (Schweiz) und KGF (Deutschland)?

In der Schweiz gilt die Norm SIA 416 mit der Bezeichnung Konstruktionsfläche (KF). In Deutschland regelt die DIN 277 die analoge Grösse als Konstruktions-Grundfläche (KGF). Die Berechnungslogik – Bruttogrundfläche minus Nettogrundfläche – ist ähnlich, die Definitionen im Detail jedoch nicht deckungsgleich. Schweizer Bewertungen und Bauanträge stützen sich ausschliesslich auf SIA 416.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.