Wie viel ist meine Renditeliegenschaft wert?
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Berechnung der Rendite bei Immobilien: Was ist zu beachten?

Oliver S.
05.09.2025
7 min
Inhaltsverzeichnis

Die Berechnung der Rendite ist ein wichtiger Schritt wenn es um den Kauf von Rendite-Immobilien geht. Diese Kennzahl zeigt, ob ein Mehrfamilienhaus, eine Eigentumswohnung oder eine andere Liegenschaft wirklich rentabel ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Rendite berechnen, welche Formeln dabei entscheidend sind, wie Sie Brutto- und Nettorendite voneinander unterscheiden und warum die Eigenkapitalrendite besonders für Investoren wichtig ist.

Das Wichtigste in aller Kürze

  • Bruttorendite ist die erste Orientierung, doch nur die Nettorendite zeigt den wirklichen Gewinn.
  • Eine attraktive Rendite in der Schweiz liegt meist zwischen 4 % und 6 % Netto.
  • Mit einem Renditerechner lassen sich Szenarien für Anlagekosten und Cashflow einfach durchspielen.
  • Eigenkapitalrendite ist die zentrale Kennzahl für Investoren – sie zeigt, wie effizient Ihr eingesetztes Kapital arbeitet.
  • Faktoren wie Lage, Leerstandsrisiko, Anlagekosten und Steuern beeinflussen die Rentabilität entscheidend.
  • 15 bis 20 % aller Hypothekarkredite in der Schweiz werden zur Finanzierung von Renditeobjekten aufgenommen.

Bruttorendite: Die einfache Formel für den ersten Überblick

Die Bruttorendite einer Immobilie zeigt, wie viel Mietertrag im Verhältnis zum Kaufpreis steht – ohne Kosten zu berücksichtigen.

Rendite berechnen Immobilien Formel (Bruttorendite):

Bruttorendite = (Jährliche Mieteinnahmen ÷ (Kaufpreis der Immobilie + Anschaffungsnebenkosten) ) × 100

Beispiel:

  • Kaufpreis Mehrfamilienhaus: CHF 1’000’000
  • Jährliche Mieteinnahmen: CHF 60’000
  • Bruttorendite: 6 %

Wichtig: Die Bruttorendite berücksichtigt keine Unterhaltskosten, keine Verwaltung und keine Finanzierungskosten. Sie ist ein erster Blick, ersetzt aber keine tiefergehende Analyse.

Berechnung Rendite Mehrfamilienhaus

Berechnung der Nettorendite: Wie berechnet man die Rendite von Immobilien?

Die Immobilien Nettorendite liefert ein realistisches Bild der Rentabilität, da sie die tatsächlichen Kosten berücksichtigt:

Mit folgender Formel berechnen Sie die Nettorendite:

Nettorendite = ((Mieteinnahmen - Kosten) ÷ (Kaufpreis + Anschaffungsnebenkosten)) ×100

Zu den Kosten gehören:

  • Unterhalts- und Verwaltungskosten
  • Hypothekarzinsen
  • Versicherungen
  • Rückstellungen für Modernisierung

Beispiel:

  • Bruttomiete: CHF 60’000
  • Kosten: CHF 12’000
  • Investition: CHF 1’000’000
  • Nettorendite: 4,8 %

Damit wird sichtbar: Die Nettorendite liegt oft deutlich unter der Bruttorendite, ist aber die wichtigste Kennzahl für Anleger.

Renditerechner: Praxisnahe Kalkulation auf Knopfdruck

Mit einem Renditerechner lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen:

  • Welche Auswirkungen haben steigende Zinsen?
  • Wie verändert sich die Rendite bei unterschiedlichen Mietpreisen?
  • Wie wirken sichAnlagekosten und Leerstandsrisiken auf den Gewinn aus?

Tipp: Ein guter Renditerechner berücksichtigt Anschaffungsnebenkosten (Notar, Makler, Steuern) sowie Rückstellungen für Instandhaltung. Ohne diese Faktoren ergibt sich ein zu schönes Bild.

Berechnung Eigenkapitalrendite: Die wichtigste Kennzahl für Investoren

Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie effizient Ihr eingesetztes Kapital arbeitet. Besonders, wenn Fremdkapital im Spiel ist, wird sie wichtig.

Mit folgender Formel können Sie die Eigenkapitalrendite berechnen:

Eigenkapitalrendite = Gewinn nach Kosten​ ÷ Eigenkapital ×100

Beispiel:

  • Eigenkapital: CHF 200’000
  • Gewinn nach Kosten: CHF 12’000
  • Eigenkapitalrendite: 6 %

Merke: Während die Nettorendite auf das gesamte Investment schaut, zeigt die Eigenkapitalrendite, ob sich der Einsatz von Fremdkapital lohnt.

Mehrfamilienhaus Rendite: Chancen und Risiken

Ein Mehrfamilienhaus gilt als klassisches Renditeobjekt. Die Rendite der Liegenschaft hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • Lage: In Städten mit hoher Nachfrage sind Leerstände selten.
  • Baulicher Zustand: Unerwartete Renovationen können den Gewinn schmälern.
  • Mietzins ohne Nebenkosten: Dieser sollte marktüblich sein, sonst droht Leerstand.
  • Risiken: Je mehr Einheiten, desto stabiler die Rendite – Ausfälle einzelner Mieter fallen weniger ins Gewicht.

Ist eine Rendite von 4% bei Immobilien gut?

Eine Mehrfamilienhaus Rendite von 4–6 netto gilt als solide.

Was bedeutet eine Rendite von 3% bei Immobilien?

3 % liegt eher im unteren Bereich. Bei steigenden Zinsen und Anlagekosten kann diese Rendite schnell unattraktiv werden.

Anlagekosten berechnen: Bei der Rendite einer Liegenschaft geht es nicht nur um den eigentlichen Kaufpreis

Viele Investoren machen den Fehler, nur den Kaufpreis zu betrachten. Doch die Anlagekosten berechnen heisst auch:

  • Kaufpreis der Immobilie
  • Anschaffungsnebenkosten (Notar, Makler, Gebühren)
  • Finanzierungskosten
  • Rückstellungen für Unterhalt
  • Eventuelle Kosten für Modernisierung

Erst wenn alle Kosten erfasst sind, lässt sich die Rendite realistisch einschätzen.

Rendite in Abhängigkeit von der Lage

Die Lage ist einer der wichtigsten Faktoren für die Rentabilität einer Immobilie:

  • Zentrale Standorte: stabile Nachfrage, geringes Leerstandsrisiko, gute Verkehrsanbindungen – dafür meist geringere Nettorendite (3–4 %).
  • Peripherie: höhere Renditechancen (5–6 %), aber mehr Risiko durch Leerstände und schwankende Nachfrage.

Faustregel: Lieber etwas weniger Rendite (aber natürlich bei einem höheren Preis für die Liegenschaft) in Top-Lage als hohe Rendite mit hohem Leerstandsrisiko.

Und auch das Alter der Liegenschaft spielt natürlich eine Rolle. Wenn die Immobilie bereits viele Jahre alt ist, müssen Sie mit höheren Investitionen rechnen.

Renditeberechnung für ein Mehrfamilienhaus: Seniorenwohnheime als interessante Option

Angesichts der steigenden Lebenserwartung nimmt auch der Bedarf an Seniorenwohnheimen stark zu. Schon jetzt sind die Plätze begehrt, und die Situation ist angespannt. In eine solche Immobilie zu investieren, zahlt sich praktisch immer aus, da es keine regelmässigen Mietausfälle gibt und die Mietpreise hoch sind.

Da die Verwaltung der Wohnheime an Gewerbetreibende übertragen wird, hat dieses Immobilieninvestment enorme Vorteile. Daher sollte auch die Berechnung der Rendite für eine Immobilie mit einer solchen Nutzung immer in Erwägung gezogen werden.

Neben der Rendite von Immobilien spielen weitere Faktoren bei der Bewertung einer Rolle

Die Bruttorendite ist ein guter erster Anhaltspunkt, doch für eine fundierte Entscheidung müssen weitere Aspekte und viele unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden:

  • Finanzierung: Das Darlehen sollte maximal 80 % des Kaufpreises betragen.
  • Leerstandsrisiko: Je kürzer die Leerstände, desto höher die Rendite.
  • Immobilienart: Kleine Wohnungen haben häufiger Mieterwechsel, sind aber stärker nachgefragt.
  • Kulturelle Aspekte der Umgebung: Schauen Sie sich unbedingt auch die nähere und mittlere Umgebung an und wie sich hier die Demografie und Infrastruktur entwickelt hat.
  • Wertsteigerung: Ein möglicher Mehrwert beim späteren Verkauf erhöht die Attraktivität, ebenso wie steigende Mieten über die Jahre.
  • Kosten: Laufende Instandhaltung, schadhafte Wände, sich ändernde Planungsvorschriften und Verwaltung dürfen nicht unterschätzt werden. Bei neueren Objekten ist man hier meist auf der sicheren Seite.
  • Mietzinsreserve: Rücklagen für Umbauten sichern künftige Mieterträge ab.

Bitte beachten Sie: Viele Investoren schauen beim Kauf einer Liegenschaft nur auf den eigentlichen Kaufpreis. Doch nur wenn alle Kosten – inklusive Eigenkapitaleinsatz und Höhe der Hypothek – einbezogen werden, ergibt sich ein realistisches Bild. Selbst bei guten Lagen können ungeplante Mietausfälle oder Reparaturen die Rendite mindern. Ein finanzielles Polster für den Ertrag nach Abzug ist daher unverzichtbar.

Achtung Mietausfall und Risiken

Auch bei einer Immobilie mit grossem Potenzial kann ein Mietausfall durch leerstehende Bereiche, die Minderung von Einnahmen und andere Risiken die jährliche Rentabilität schmälern. Mit einer Wohnung in attraktiver Lage lässt sich dieses Risiko jedoch minimieren, da dort die Mietauslastung deutlich höher ist als in einem unbeliebten Stadtteil.

Wenn Sie die Investition in eine Immobilie anvisieren, ist es vernünftig, ein finanzielles Polster für unerwartete Ereignisse einzuplanen. Auch bei einer perfekt instand gehaltenen Mietwohnung kann es zu unerwarteten Reparaturarbeiten kommen.

Familien, bei denen Sie mit einer langen Mietdauer gerechnet hatten, ziehen doch wieder aus, weil jemand einen Job in einer anderen Stadt angenommen hat oder weil die Eltern sich trennen. Eine Renditeliegenschaft kann eine sehr lukrative Investition sein, jedoch sollten Sie sich auch auf Rückschläge einstellen.

Häufige Fehler bei der Renditeberechnung

Viele Investoren überschätzen ihre Gewinne und die tatsächlichen Werte, weil sie wichtige Punkte übersehen:

  • Nur die Bruttorendite betrachten, ohne Kosten abzuziehen.
  • Anschaffungsnebenkosten (Notar, Makler, Gebühren) vergessen.
  • Leerstand zu optimistisch ansetzen.
  • Keine Rückstellungen für Unterhalt oder Modernisierung einplanen.

Vermeiden Sie diese Fehler – sonst ist bei der Immobilie von einer höheren Rendite die Rede, als sie tatsächlich ist.

Berechnung der Rendite einer Immobilie anhand des Cashflows

Für eine genauere Beurteilung, welche Investition in eine Immobilie am rentabelsten ist, muss der Cashflow bewertet werden. Dieser Indikator entspricht der Liquidität durch den Mietgewinn und wird ermittelt, indem alle Kosten von den Mieteinnahmen abgezogen werden. Die Berechnung erfolgt somit wie folgt:

Cash Flow = Bruttomiete (einschliesslich Nebenkosten) - Aufwendungen - Steuern - Abgaben - Kreditrückzahlung und Zinsen - Versicherungen

Der Cashflow sollte möglichst hoch sein. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Immobilieninvestition nicht rentabel ist. Für eine Prognose muss daher eine Schätzung des Mietwerts durchgeführt werden, um zu beurteilen, ob sich die Investition lohnt. Mit dem Resultat lässt sich dann der Cashflow ermitteln.

Wenn Sie bei der Berechnung des Cashflows Kosten übersehen oder falsch berechnen, werden Sie ein falsches Bild der Rentabilität Ihrer Immobilie erhalten. Stellen Sie daher unbedingt sicher, dass Sie über alle Kosten im Bild sind.

Fazit: Rendite richtig berechnen und fundiert entscheiden

Die Berechnung Rendite Immobilien ist die Grundlage jeder Investition. Nur wer die Unterschiede zwischen Bruttorendite, Nettorendite und Eigenkapitalrendite versteht, kann fundierte Entscheidungen treffen. Nutzen Sie Tools wie einen Renditerechner, berücksichtigen Sie alle Anlagekosten und prüfen Sie sorgfältig die Lage der Liegenschaft.

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FAQ

Was ist der Unterschied zwischen der Bruttorendite und der Nettorendite einer Immobilie?

Der Bruttoertrag ist die Summe aller jährlich erzielten Mieteinnahmen. Der Nettoertrag wird durch Abzug der Betriebskosten ermittelt. Diese entsprechen den Kosten für die Hausverwaltung, Versicherungen, die Instandhaltung.

In einem weiteren Schritt können Sie die Nettorendite nach Steuern berechnen, indem Sie die auf die Mieterträge entfallende Einkommensteuer abziehen.

Welche Faktoren sind bei der Entscheidung für eine Investition zu berücksichtigen?

Wichtige Kriterien für einen Immobilienvergleich sowie die Entscheidung über eine nächste Immobilieninvestition sind:

  • das Alter des Gebäudes,
  • der Standort,
  • die Art der Immobilie,
  • die Lage sowie
  • die Erreichbarkeit.

Führen Sie auf alle Fälle eine Immobilienbewertung durch und berechnen Sie die Rentabilität.

Wie berechne ich die Rendite einer Immobilie? Gibt es dafür eine Formel?

Die Rendite einer Immobilie lässt sich mit einer Formel berechnen, die den jährlichen Nettogewinn ins Verhältnis zum investierten Kapital oder Immobilienwert setzt. Die allgemeine Formel lautet:

Rendite = (Jährlicher Nettogewinn / Investiertes Kapital oder Immobilienwert) × 100

Bitte beachten Sie, dass der jährliche Nettogewinn sich aus den Mieteinnahmen abzüglich aller Kosten (Betriebs-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten) ergibt. Bei der Berechnung der Rendite sollte auch der Unterschied zwischen der Brutto- und der Nettorendite beachtet werden. Die Bruttorendite betrachtet nur die Mieteinnahmen, während die Nettorendite die Kosten berücksichtigt.

Was ist die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite ist eine wichtige Kennzahl, die zeigt, wie effizient das eingesetzte Eigenkapital eines Investors genutzt wird. Sie wird in Prozent angegeben und gibt an, welchen Gewinn der Investor im Verhältnis zu seinem eingesetzten Eigenkapital erzielt. Die Formel zur Berechnung lautet:

Eigenkapitalrendite = (Reingewinn / Eigenkapital) x 100

Beispiel: Ein Investor investiert CHF 1 Mio. Eigenkapital in ein Mehrfamilienhaus und erzielt jährlich CHF 50'000.- Gewinn. Dann beträgt die Eigenkapitalrendite (50'000.- / 1'000'000) x 100 = 5 %.

Bitte beachten Sie, dass ein hoher Wert der Eigenkapitalrendite auf eine effiziente Nutzung des Eigenkapitals hinweist. Jedoch ist auch ein gewisses Risiko damit verbunden, da ein höherer Gewinn oft mit höheren Risiken einhergeht.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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