Was ist die Immobilie wirklich wert?
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Preis beim Hauskauf verhandeln: Tipps für Käufer

Oliver S.
11.03.2026
8 min
Inhaltsverzeichnis

Mit einer guten Vorbereitung, Kenntnis des Marktwerts und sachlichen Argumenten wie dem Renovierungsbedarf oder der Energieeffizienz können Käufer je nach Objekt und Lage zwischen 3 % und 10 % Preisnachlass erzielen, wenn sie den Preis beim Hauskauf geschickt verhandeln. Bei stark überteuerten Objekten oder hohem Sanierungsstau ist der Spielraum oft grösser, während er bei begehrten Neubauten in Zentren gegen Null gehen kann.

Das Wichtigste im Überblick

  • Verhandlungsspielraum: In der Schweiz sind Rabatte von 3 % bis 10 % realistisch, sofern Mängel oder Marktdaten vorliegen.
  • Hebel Sanierungsstau: Veraltete Heizungen oder schlechte Energieeffizienz sind die stärksten Argumente für eine Preisreduktion.
  • Finanzierung als Trumpf: Wer eine schriftliche Finanzierungsbestätigung vorlegt, gilt als «sicherer Käufer» und kann den Preis eher drücken.
  • Empathie statt Aggression: Da Immobilienverkäufe oft emotional sind, führt eine respektvolle Kommunikation eher zum Ziel als harte Basar-Taktiken.
  • Nebenkosten beachten: Falls der Preis fix ist, können Verhandlungen über die Übernahme von Notariats- oder Grundbuchgebühren sinnvoll sein.
Preisverhandlung beim Hauskauf zwischen zwei Frauen

Ist es üblich, beim Hauskauf zu handeln?

Ja, es ist durchaus üblich, den Preis beim Hauskauf zu verhandeln. Die meisten Verkäufer setzen den anfänglichen Preis etwas höher an, um einen gewissen Spielraum bei Verhandlungen zu haben. Es kann sogar vorkommen, dass der angegebene Kaufpreis deutlich über dem tatsächlichen Wert der Immobilie liegt, insbesondere in Ballungsgebieten.

Daher ist es für Käufer wichtig, den genauen Immobilienwert zu kennen und sich gut auf die Verhandlungen vorzubereiten. Eine schriftliche Finanzierungszusage der Bank, ein klares Budget und eine solide Kenntnis des lokalen Immobilienmarkts sind dabei hilfreiche Werkzeuge.

Welche Argumente müssen bei der Preisverhandlung vorgebracht werden?

Sie möchten eine Immobilie kaufen, aber Ihr Budget liegt unter dem veranschlagten Preis? Bevor Sie sich in langwierige Preisverhandlungen stürzen, listen Sie kräftige Argumente auf. Seien Sie sich bewusst, dass die Preisgrenzen hauptsächlich von folgenden Fragen abhängen:

  • Hat das Haus – verglichen mit dem Marktwert – einen fairen Preis?
  • Handelt es sich hinsichtlich der Immobilie um ein faires Angebot?

Unterschiedliche Fragen ermöglichen mehrere Verhandlungsschritte

Gehen Sie all diese Faktoren der Reihe nach durch, und Sie werden den Preis der Immobilie vermutlich anpassen können. Bei begehrten Objekten ist dies allerdings ein wenig schwieriger. Bedenken Sie auch immer, dass ein Verkauf oftmals für den Verkäufer eine emotionale Angelegenheit ist, was die Verhandlung manchmal schwieriger gestaltet. Ein gewisser finanzieller Spielraum ist jedoch praktisch immer einkalkuliert.

1. Wert der Immobilie ermitteln

Prüfen Sie zunächst den Wert auf dem lokalen Immobilienmarkt. Führen Sie dazu einfach einen Vergleich mit einem Online-Tool wie dem von RealAdvisor durch, das den genauen Immobilienpreis pro m² in der Schweiz für den jeweiligen Kanton, die Stadt und den Stadtteil ermittelt.

So erfahren Sie sofort, ob die Immobilie, die Sie kaufen möchten, vom Verkäufer überbewertet wurde. In diesem Fall haben Sie ein treffendes Argument, um eine Preisreduktion zu verlangen. Ist dies nicht der Fall, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, denn auch dann gibt es noch Möglichkeiten, Ihre Preisverhandlung beim Hauskauf erfolgreich zu gestalten.

2. Liste mit Arbeiten erstellen

Erstellen Sie eine Liste mit allen Arbeiten, die an der Immobilie durchgeführt werden müssen. Bei einem neuwertigen Haus ist das natürlich nicht nötig. Mit Argumenten wie der Tatsache, dass Ihnen etwa die Farbe der Wände nicht gefällt oder das Tor nicht automatisch geöffnet werden kann, vergeuden Sie stattdessen Ihre Zeit, da diese Art von Argumenten gegenüber dem Eigentümer in aller Regel nicht standhält.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Verkäufer sein Haus selbst oder durch einen Makler verkauft. Sind gewisse Renovierungsarbeiten nötig, haben Sie dagegen gute Argumente für eine Preisreduktion.

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3. Wie sieht es mit der Energieeffizienz aus?

Prüfen Sie insbesondere die Energieeffizienz sowie die Dacheindeckung oder Wärmedämmung. Prüfen Sie, ob die Fenster doppelt verglast sind, ob eine sanierungsbedürftige Heizung vorhanden oder der Warmwasserspeicher veraltet ist.

Verwenden Sie Energierechnungen für vergleichbare Immobilien, um Ihre Argumentation zu belegen und Ihre Verhandlung für das Objekt der Begierde zum Erfolg zu bringen.

4. Thema: Ausbesserungsarbeiten

Es können darüber hinaus auch einige berechtigte Ausbesserungsarbeiten für Sie sprechen: vor allem bei einem alten Badezimmer, einer Küche, die nicht zeitgemäss ausgestattet ist, oder wenn der Anstrich schon rund fünfzehn Jahre alt ist. Veraltete Sanitär- und Elektrosysteme im Haus können ebenfalls Sanierungsarbeiten notwendig machen.

All diese Faktoren sind berechtigte Argumente, die Sie bei der Preisverhandlung für den Hauskauf vorbringen müssen. Bei einem persönlichen Gespräch mit dem Verkäufer kommt es neben einer klaren Strategie aber auch immer wieder auf eine gute Vorbereitung und nicht zuletzt auf gegenseitige Sympathie an. 

Nach dem Hauskauf werden Sie die Person sein, die Ausgaben für Renovierungsarbeiten tätigen muss.

Emotionale Faktoren nutzen: So verhandeln Sie mit Feingefühl

Neben harten Fakten wie dem Renovierungsbedarf oder dem Marktwert können auch emotionale Aspekte eine Rolle in der Preisverhandlung spielen. Zeigen Sie echtes Interesse an der Immobilie und treten Sie respektvoll auf – viele Verkäufer haben eine persönliche Bindung zum Haus und wünschen sich, dass es in gute Hände kommt.

Eine sympathische und verbindliche Art kann dazu führen, dass der Verkäufer eher bereit ist, Ihnen beim Preis entgegenzukommen – besonders, wenn mehrere Interessenten zur Auswahl stehen. Auch kleine Gesten wie Pünktlichkeit, ein wertschätzender Ton und Verständnis für die Situation des Verkäufers wirken oft mehr als aggressive Verhandlungstaktiken. Wer empathisch verhandelt, erhöht seine Chancen auf einen fairen Abschluss – manchmal sogar zu einem besseren Preis.

Profi-Tipp: Beziehen Sie die Nebenkosten in die Verhandlung ein

Verhandeln Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Kaufnebenkosten. In der Schweiz variieren die Regelungen zur Handänderungssteuer und den Notariatsgebühren stark per Kanton.

  • Tipp: Wenn der Verkäufer beim Verkaufspreis hart bleibt, schlagen Sie vor, dass er einen grösseren Anteil der Notariats- oder Grundbuchgebühren übernimmt.
  • Achtung: In Kantonen wie Zürich wird die Handänderungssteuer nicht mehr erhoben, in anderen (z. B. Bern) ist sie erheblich. Klären Sie die lokale Praxis vorab, um dieses Argument richtig einzusetzen.

Auch zukünftige Abzüge für werterhaltende Investitionen wie eine neue Heizung oder Fenster können steuerlich geltend gemacht werden – das senkt langfristig Ihre Kosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Kaufs. Fragen Sie im Zweifel Ihren Steuerberater oder eine Immobilienfachperson.

Verhandlungsspielraum beim Hauskauf durch einen Makler: Um wie viel Prozent lässt sich der Immobilienpreis senken?

Manche neigen zu einer vereinfachten Lösung und empfehlen, ein Kaufangebot mit einem um 10 % reduzierten Ausgangspreis zu stellen, um sich schliesslich mit dem Verkäufer auf einen Nachlass von 5 % zu einigen.

Wir bei RealAdvisor sind dabei realistischer: Es hängt immer von der zu verkaufenden Immobilie ab, da die Preisspanne hauptsächlich von den oben erwähnten Punkten beeinflusst wird. Wenn der Verkäufer es versteht, sein Haus zu verkaufen, wird er es zu einem fairen Preis anbieten. In einem solchen Fall sollten Sie keine erhebliche Preissenkung erwarten, da Sie sonst nur riskieren würden, dass Ihnen das Geschäft entgeht. Sie müssen einen guten Mittelweg finden, ohne zu übertreiben. Einige Tricks können Ihnen bei Ihrer Verhandlung dabei helfen:

  • Finden Sie heraus, wie lange das Objekt schon zum Verkauf angeboten wird. Suchen Sie frühere Inserate oder fragen Sie den für den Verkauf verantwortlichen Makler. Dieser kann Ihnen vielleicht auch sagen, ob der Eigentümer ein Haus schnell verkaufen und gleichzeitig ein anderes kaufen möchte.
  • Sammeln Sie Anzeigen von vergleichbaren, aber günstigeren Immobilien in der Nachbarschaft, einschliesslich derjenigen, die kürzlich verkauft worden sind.
  • Legen Sie dem Verkäufer Kostenschätzungen für nötige Arbeiten vor, um Ihre Argumentation zu untermauern.
  • Behalten Sie Ihre finanzielle Situation im Blick. Sie können auch im Voraus eine Hypothek mit unserem Hypothekenrechner simulieren, um das beste Angebot zu finden. Bedenken Sie auch, dass ein Verkäufer seine Immobilie im Allgemeinen eher an einen zahlungskräftigen Kunden zu einem günstigeren Preis abgeben wird als an jemanden, dem die Finanzierung in letzter Minute verweigert werden könnte.
  • Schauen Sie sich bei Stockwerkeigentum immer auch die Protokolle der Eigentümerversammlungen an. Hier können Sie viele wertvolle Informationen gewinnen, etwa zum Schimmelbefall im Keller oder zu anderen Mängeln, die möglicherweise zu einem niedrigeren Angebot führen können.

Tipp: Lesen Sie immer zwischen den Zeilen und achten Sie auf mögliche Störungen innerhalb der Hausgemeinschaft. 

Preisverhandlung beim Hauskauf: Wie verhandelt man den Preis eines Hauses mit einer Immobilienagentur?

Immobilienprofis sind am ehesten in der Lage, den Wert Ihres Hauses zu schätzen. Sie sind mit dem Angebot und der Nachfrage im jeweiligen Marktsegment vertraut. Tatsächlich gibt es nur wenige Makler, die ihre Zeit damit vergeuden würden, stark überbewertete Objekte anzubieten.

Doch die Kunst, zu verhandeln, liegt ihnen im Blut. Viele Immobilienbesitzer und potenzielle Käufer erinnern sich an das berühmte Sprichwort «Jeder Preis ist verhandelbar». Um dieses Problem zu umgehen, ist es fast einfacher, einen Immobilienmakler mit dem Kauf zu beauftragen, als selbst verhandeln zu müssen.

Die Rolle des Maklers verstehen

Zwar wird der Makler in der Schweiz meist vom Verkäufer bezahlt und vertritt primär dessen Interessen, dennoch ist er an einem reibungslosen Abschluss interessiert. Ein professioneller Makler agiert als Vermittler. Er kann Ihnen helfen, Ihre Argumente (wie Mängel am Objekt) sachlich an den Verkäufer zu kommunizieren.

Wenn Sie absolute Neutralität wünschen, sollten Sie über ein eigenes Kaufmandat (Suchagent) nachdenken, der ausschliesslich Ihre Interessen vertritt.

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Was Sie beachten sollten, wenn Sie den Kaufpreis eines Hauses verhandeln

  • Recherchieren Sie den Quadratmeterpreis, der für das zum Verkauf stehende Haus in der genauen Grösse relevant ist.
  • Bewerten Sie die auszuführenden Arbeiten und deren Kosten.
  • Beruhigen Sie den Verkäufer, indem Sie Ihre Finanzkraft unterstreichen.
  • Fragen Sie nach einer fairen und realistischen Preissenkung.

Checkliste mit den 5 stärksten Argumenten für eine Preisverhandlung beim Hauskauf

  • Überhöhter Angebotspreis im Vergleich zum Marktwert
  • Renovierungsbedarf bei zentralen Elementen (z. B. Heizung, Dach, Fenster)
  • Veraltete Ausstattung wie Küche, Bad oder Elektrik
  • Lange Verkaufsdauer oder Verkaufsdruck beim Eigentümer
  • Günstigere Vergleichsobjekte in derselben Lage

Muster für Ihre Preisverhandlung beim Hauskauf

Theorie ist wichtig, aber in der Hitze einer Verhandlung hilft ein strukturiertes Muster, um keine wichtigen Punkte zu vergessen. Ein gut vorbereitetes Muster für Ihre Preisverhandlung beim Hauskauf dient Ihnen als roter Faden, um Mängel am Objekt, energetische Schwachstellen oder Marktdaten direkt vor Ort professionell zu dokumentieren und als Argumente einzubringen.

Damit Sie bei Ihrem nächsten Besichtigungstermin oder dem Gespräch mit dem Verkäufer bestens gewappnet sind, haben wir für Sie eine praktische Unterlage erstellt. Nutzen Sie unsere strukturierte Vorlage, um alle wertmindernden Faktoren systematisch zu erfassen und Ihre Verhandlungsposition zu stärken.

Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick über:

  • Den Vergleich zwischen Angebotspreis und Marktwert.
  • Notwendige Investitionen für Renovierungen und Energieeffizienz.
  • Die wichtigsten emotionalen und strategischen Faktoren für Ihren Erfolg.

FAQ

Was besagt die 70/30-Regel bei Verhandlungen?

Die 70/30-Regel ist eine aggressive Strategie, bei der man 70 % des Preises bietet. Vorsicht: Auf dem umkämpften Schweizer Markt führt ein Unterangebot von 30 % oft zum sofortigen Abbruch der Kommunikation seitens des Verkäufers. Nutzen Sie diese Regel nur bei extrem sanierungsbedürftigen Objekten, die bereits über 6 Monate am Markt sind, oder bei nachweislich massiver Überbewertung.

Um wie viel kann man den Preis beim Hauskauf drücken, wenn dieser verhandelbar ist?

Das hängt stark von Ihrer individuellen Situation und dem Immobilienmarkt ab. Generell haben Sie meist eine Verhandlungsspanne von 5 bis 10 % des Listenpreises in einem durchschnittlichen Markt. Bei Neubauten ist der Spielraum oft geringer und liegt eher bei max. 5 %.

Letztlich gibt es viele Faktoren, die den Verhandlungsspielraum beeinflussen, etwa der Zustand des Hauses, die aktuelle Marktsituation oder auch die Dringlichkeit des Verkaufs. Daher ist es schwierig, eine pauschale Aussage zu treffen.

Wer kann den Wert eines Hauses schätzen?

Der Wert einer Immobilie kann von einem Immobilienmakler oder Notar ermittelt werden. Eine Bewertung kann aber auch von einer Privatperson durchgeführt werden, die etwa auf ein Online-Tool zur Schätzung des Hauspreises zurückgreift.

Wählen Sie für eine möglichst genaue Wertbestimmung nur ein Tool aus, das auch in der Lage ist, wesentlich mehr als nur das Gebiet, die geografische Lage oder das Baujahr zu berücksichtigen. Ein Tool wie dieses finden Sie bei RealAdvisor.

Wie kann man beim Hauskauf den Preis drücken?

Um beim Hauskauf den Preis zu drücken, sollten Sie gut vorbereitet und sachlich argumentieren. Prüfen Sie zuerst den realistischen Marktwert der Immobilie. Liegt der Angebotspreis deutlich darüber, ist das ein starkes Argument. Auch ein Renovierungsbedarf, etwa bei der Heizung, der Dämmung oder Fenstern, kann den Preis mindern.
Holen Sie dafür am besten Kostenschätzungen ein. Ist das Haus schon lange auf dem Markt oder muss der Verkäufer schnell verkaufen, verbessert das Ihre Verhandlungsposition. Mit einer Finanzierungszusage und vergleichbaren, günstigeren Angeboten aus der Umgebung untermauern Sie zusätzlich Ihr Kaufangebot. So erhöhen Sie Ihre Chancen auf einen Preisnachlass.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.
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