Wie viel ist meine Wohnung wert?
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Wie wird eine Wohnung bewertet und welches Verfahren passt? In der Schweiz kommen standardisierte Bewertungsverfahren zum Einsatz – am häufigsten die hedonische Methode oder das Ertragswertverfahren. Grundlage ist stets der Verkehrswert, also der Preis, den die Wohnung unter normalen Marktbedingungen erzielen würde. Die Wahl der Methode hängt vom Objekttyp, dem Zweck der Bewertung und der verfügbaren Datenbasis ab.
In der Praxis kommen je nach Objekttyp und Zweck unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Oft werden mehrere Methoden kombiniert, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen.
Die hedonische Methode vergleicht Ihre Wohnung statistisch mit Hunderten ähnlicher, tatsächlich verkaufter Immobilien. Rund 20 objektspezifische Merkmale sowie bis zu 50 lagespezifische Kriterien fliessen in die Berechnung ein. Banken nutzen dieses Verfahren als Standard bei der Hypothekarvergabe. Bei Luxusobjekten oder Immobilien in abgelegenen Lagen ist die Aussagekraft jedoch eingeschränkt, weil nicht genügend Vergleichsdaten vorliegen.
Das Ertragswertverfahren eignet sich für vermietete Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser. Der Wert ergibt sich aus den nachhaltigen Nettomieteinnahmen dividiert durch einen Kapitalisierungssatz. Je höher die erzielbaren Mieteinnahmen und je tiefer der Kapitalisierungssatz, desto höher der Ertragswert. Dieses Verfahren ist auch die Grundlage für den Kaufpreisfaktor, der häufig in Immobilieninseraten angegeben wird.
Der Sachwert ergibt sich aus dem Landwert plus dem Zeitbauwert des Gebäudes – also den Baukosten abzüglich der Altersentwertung. Diese Methode empfiehlt sich für untypische Objekte wie Liebhaber- oder Luxusimmobilien, sehr alte Gebäude oder Liegenschaften in abgelegenen Lagen, bei denen keine ausreichenden Vergleichsdaten vorliegen. Auf eine professionelle Besichtigung durch einen Experten sollten Sie dabei nicht verzichten.
Die DCF-Methode ist ein international anerkanntes Verfahren für Renditeimmobilien. Zukünftige Mieteinnahmen und Kosten werden auf den heutigen Zeitpunkt abdiskontiert, um den Kapitalwert der Immobilie zu bestimmen. Das Verfahren ist aufwendiger als das Ertragswertverfahren, liefert bei Mehrfamilienhäusern und grösseren Portfolios aber präzisere Ergebnisse.
Folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die verschiedenen Verfahren:
| Verfahren | Geeignet für | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Hedonisch | Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser | Hypothekarvergabe, Verkauf |
| Ertragswert | Mietwohnungen, Mehrfamilienhäuser | Investitionsentscheid |
| Sachwert / Substanzwert | Spezialimmobilien, Luxusobjekte, alte Bauten | Individuelle Schätzung |
| DCF | Renditeimmobilien, grosse Portfolios | Institutionelle Bewertung |
Die Lage ist der gewichtigste Einzelfaktor und bestimmt bis zu 40–50 % des Werts. Dabei wird zwischen zwei Ebenen unterschieden:
Immobilien in zentralen Lagen können bis zu 60 % mehr wert sein als vergleichbare Objekte in peripheren Lagen.
Weitere wertbestimmende Faktoren:
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Für eine erste Orientierung eignet sich die kostenlose Online-Immobilienbewertung von RealAdvisor. Sie basiert auf der hedonischen Methode und liefert innerhalb weniger Minuten einen Richtwert. Für rechtsgültige Gutachten – etwa bei Scheidungen, Erbschaften oder Streitfällen – braucht es eine professionelle Schätzung vor Ort durch einen unabhängigen Experten.
Banken führen bei der Hypothekarvergabe stets eine eigene Bewertung durch, meistens mit der hedonischen Methode. Der so ermittelte Belehnungswert bildet die Grundlage für die maximale Hypothek. Dabei wenden Schweizer Banken das sogenannte Niederstwertprinzip an: Liegt der vereinbarte Kaufpreis über dem bankinternen Schätzwert, finanziert die Bank nur den tieferen Wert. Die Differenz muss der Käufer aus eigenen Mitteln aufbringen. Da Bankschätzungen aus Sicherheitsgründen oft konservativ ausfallen, sollten sich Verkäufer bei der Preisfindung nicht ausschliesslich auf die Bankbewertung stützen.
Der Verkehrswert ist der Preis, den eine Immobilie unter normalen Marktbedingungen erzielen würde. Er bildet die Grundlage für den Angebotspreis beim Verkauf, die Hypothekarvergabe, die Steuerbemessung sowie für gerichtliche Verfahren. Der Verkehrswert ist nicht identisch mit dem amtlichen Steuerwert, der meist tiefer liegt, oder dem Versicherungswert, der nur den Gebäudewert ohne Land erfasst.
Befolgen Sie diese Schritte, um den Verkehrswert zu ermitteln:
Eine professionelle Schätzung lohnt sich in folgenden Situationen:
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Kosten einer Immobilienbewertung in der Schweiz:
| Bewertungsart | Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|
| Online-Schätzung (hedonisch) | Kostenlos | Erste Orientierung |
| Hedonische Schätzung durch Experten | CHF 300–500 | Hypothek, Verkauf |
| Vollgutachten / Substanzwertschätzung | CHF 1'000–2'500 | Scheidung, Erbschaft, Gerichtsverfahren |
Bei kostenlosen Schätzungen durch Makler ist Vorsicht angebracht, da diese häufig an ein Verkaufsmandat geknüpft sind. Algorithmusbasierte Online-Schätzungen seriöser Anbieter liefern hingegen unabhängige Richtwerte. Eine professionelle Schätzung vor Ort können sie aber nicht ersetzen.
Eine Wohnung wird in der Schweiz über standardisierte Verfahren bewertet. Für Standardobjekte wird die hedonische, für Renditeobjekte die Ertragswert- und für Spezialimmobilien die Sachwertmethode verwendet. Wer eine Immobilie bewerten lassen möchte, sollte die Methode, den Zweck und die Kosten kennen. Eine Online-Schätzung liefert eine schnelle Orientierung. Für rechtssichere Entscheidungen beim Verkauf, bei der Finanzierung oder im Erbfall braucht es jedoch eine professionelle Schätzung vor Ort.
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Eine Wohnung wird in der Schweiz über standardisierte Bewertungsverfahren bewertet. Für Standardwohnungen ist die hedonische Methode am gebräuchlichsten: Sie vergleicht die Immobilie statistisch mit ähnlichen, tatsächlich verkauften Objekten anhand von rund 70 Merkmalen. Grundlage ist stets der Verkehrswert, also der Preis, der unter normalen Marktbedingungen erzielt werden könnte.
Die drei klassischen Verfahren in der Schweiz sind das hedonische Verfahren (Vergleich mit Transaktionsdaten ähnlicher Objekte), das Ertragswertverfahren (Bewertung auf Basis der Mieteinnahmen) und das Sachwertverfahren (Landwert plus Zeitbauwert). Für Renditeimmobilien kommt ergänzend die DCF-Methode zum Einsatz.
Der Wert ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Lage, Objektmerkmalen und Marktdaten. Bei der hedonischen Methode werden Wohnfläche, Baujahr, Zustand, Zimmeranzahl und Lagekriterien mit Transaktionspreisen vergleichbarer Immobilien abgeglichen. Das Ergebnis ist der Verkehrswert.
Eine hedonische Online-Schätzung ist kostenlos und liefert einen ersten Richtwert. Eine professionelle hedonische Schätzung durch einen Experten kostet CHF 300–500. Ein Vollgutachten – nötig für Scheidungen, Erbschaften oder Gerichtsverfahren – liegt bei CHF 1'000–2'500, je nach Objekt und Aufwand.