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Nettomiete

Oliver S.
26.05.2026
6 min

Nettomiete in der Schweiz: Definition, Berechnung und Unterschied zur Bruttomiete

Die Nettomiete ist der monatliche Mietzins für die reine Nutzung einer Wohnung oder Liegenschaft – ohne Nebenkosten. Sie bildet den Grundbetrag im Schweizer Mietvertrag und unterscheidet sich von der Bruttomiete, in der die Nebenkosten bereits enthalten sind. In der Schweiz steht die Nettomiete im Zentrum der Mietzinsgestaltung: Sie bestimmt die Höhe der Kaution, dient als Bezugsgrösse für Mietzinsanpassungen und ist der Wert, den Sie auf jedem Mietvertrag finden.

Das Wichtigste im Überblick
  • Die Nettomiete (auch Nettomietzins oder Grundmiete) ist der Mietzins ohne Nebenkosten.
  • Sie deckt die Nutzung der Wohnfläche, des Kellers und meist auch von Balkon und Veloabstellplatz ab.
  • Nebenkosten wie Heizung, Wasser und Hauswartung werden separat verrechnet – als Akontozahlung oder Pauschale.
  • Die Bruttomiete entsteht, wenn die Nebenkosten zur Nettomiete addiert werden.
  • Die Kaution darf gemäss Art. 257e OR höchstens drei Nettomonatsmieten betragen.
  • Bei Wohnraummieten wird die Nettomiete grundsätzlich ohne Mehrwertsteuer angegeben. Bei optierten Gewerbemieten kann zusätzlich MWST anfallen.

Was ist die Nettomiete? Definition und Bedeutung

Die Nettomiete – in Mietverträgen auch als Nettomietzins, Grundmiete oder Kaltmiete bezeichnet – ist der reine Mietzins für die Nutzung einer Liegenschaft. Sie umfasst weder Heizkosten noch Betriebskosten oder andere Nebenkosten. Damit bildet die Nettomiete den Grundbetrag, an dem sich beide Parteien orientieren: Mieter sehen den Preis für die reine Wohnnutzung, während Vermieter darauf Anpassungen, Indexierungen und die Kaution berechnen.

Im Schweizer Mietrecht ist der Begriff nicht abschliessend gesetzlich definiert, hat sich aber als Standard in den Mietverträgen durchgesetzt. Im Mietrecht beziehen sich «brutto» und «netto» ausschliesslich auf den Einbezug der Nebenkosten – nicht auf steuerliche Abzüge. Bei Wohnraum fällt ohnehin keine MWST an, da Wohnungsvermietungen steuerlich ausgenommen sind.

Nettomiete, Nettomietzins und ihre Synonyme

In der Praxis tauchen mehrere Begriffe auf. Die wichtigsten Schweizer Bezeichnungen im Überblick:

BegriffBedeutung
NettomieteMietzins ohne Nebenkosten, Standardbegriff in der Schweiz
NettomietzinsSynonym zu Nettomiete, häufig in Mietverträgen und Verwaltungssprache

Kaltmiete und Grundmiete sind weitere Synonyme, die im nächsten Abschnitt im Vergleich zur Bruttomiete eingeordnet werden.

Was beinhaltet die Nettomiete und was nicht?

Die Nettomiete deckt alles ab, was zur reinen Nutzung der gemieteten Räume gehört. Was darüber hinaus für den Betrieb der Liegenschaft anfällt, wird separat als Nebenkosten verrechnet.

In der Nettomiete enthalten

  • Mietzins für die Wohn- oder Gewerbefläche
  • Mitbenutzung von Keller, Estrich und Veloabstellplatz (sofern vertraglich nicht anders geregelt)
  • Balkon, Terrasse und Garten, soweit Teil der Wohnung
  • Parkplatz oder Garage, falls im Mietvertrag inbegriffen – Parkplätze werden jedoch häufig als separates Mietobjekt mit eigenem Mietzins ausgewiesen

Nicht in der Nettomiete enthalten

Diese Kostenpunkte fallen in die Nebenkosten und werden zusätzlich zum Mietzins in Rechnung gestellt:

  • Heizkosten und Warmwasseraufbereitung
  • Wasser- und Abwassergebühren
  • Kehricht- und Entsorgungsgebühren
  • Hauswartung, Reinigung und Gartenpflege
  • Allgemeinstrom (Treppenhaus, Lift, Aussenbeleuchtung)
  • Wartung technischer Anlagen (Lift, Heizung, Schliessanlage)
  • Bestimmte Betriebskosten der Liegenschaft, soweit vertraglich vereinbart. Allgemeine Verwaltungskosten des Vermieters dürfen nicht als Nebenkosten überwälzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Nettomiete und Bruttomiete?

Die Bruttomiete (auch Bruttomietzins) ist die Summe aus Nettomiete und Nebenkosten. Sie entspricht den gesamten monatlichen Wohnkosten, die Mieter an Vermieter überweisen.

Formel: Bruttomiete = Nettomiete + Nebenkosten

Im Schweizer Mietvertrag werden Nettomiete und Nebenkosten meist getrennt ausgewiesen. So sehen Mieter klar, welcher Anteil auf die reine Nutzung entfällt und welcher auf den Betrieb der Liegenschaft. Werden Nebenkosten im Mietvertrag nicht separat ausgewiesen, gelten sie grundsätzlich als im Mietzins enthalten. Zusätzliche Nachforderungen sind in diesem Fall in der Regel nicht zulässig.

Die folgende Tabelle stellt die zentralen Mietbegriffe gegenüber:

BegriffDefinitionNebenkosten enthalten?Praxis in der Schweiz
NettomieteMietzins ohne NebenkostenNeinStandard, Basis im Mietvertrag
BruttomieteNettomiete plus alle NebenkostenJaGibt die monatliche Gesamtbelastung an
KaltmieteGleichbedeutend mit NettomieteNeinEher in Deutschland und Österreich gebräuchlich
GrundmieteAusgangswert vor Zuschlägen oder RabattenNeinSynonym zur Nettomiete in der Praxis

Akontozahlung oder Pauschale: wie Nebenkosten verrechnet werden

Neben der Nettomiete schulden Mieter monatlich eine Vorauszahlung auf die Nebenkosten. In der Schweiz gibt es dafür zwei zulässige Varianten – die Akontozahlung und die Pauschale. Beide sind in den Art. 257a–257b OR und in der Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen (VMWG) geregelt.

Akontozahlung mit Jahresabrechnung

Die Akontozahlung ist der Normalfall. Der Vermieter schätzt die jährlichen Nebenkosten auf Basis von Erfahrungswerten und verteilt sie auf zwölf monatliche Vorauszahlungen. Am Ende der Abrechnungsperiode erstellt die Verwaltung eine detaillierte Nebenkostenabrechnung. Liegen die tatsächlichen Kosten höher, leisten Mieter eine Nachzahlung. Sind sie tiefer, erhalten Mieter eine Rückerstattung.

Pauschale ohne Abrechnung

Bei der Pauschale wird ein fixer monatlicher Betrag vereinbart, der nicht mit den tatsächlichen Kosten abgeglichen wird. Diese Variante ist seltener. In der Praxis sollte die Pauschale auf nachvollziehbaren Erfahrungswerten beruhen. Steigen die Kosten an, kann der Vermieter den Betrag nur über das normale Mietzinsänderungsverfahren anpassen.

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Nettomiete berechnen: Rechenbeispiel

Der Mietzins ergibt sich aus dem vereinbarten Grundbetrag für die Wohnung. Parkplätze oder Garagen können im Mietvertrag inbegriffen sein oder separat als eigenes Mietobjekt ausgewiesen werden. Allfällige Zuschläge und vertraglich vereinbarte Rabatte kommen hinzu oder werden abgezogen. Das folgende Beispiel zeigt eine typische Berechnung für eine 3,5-Zimmer-Wohnung in der Deutschschweiz:

PositionBetrag
Grundmietzins WohnungCHF 1'750.–
Aussenparkplatz (vertraglich inbegriffen)CHF 80.–
Rabatt Erstvermietung− CHF 50.–
Nettomiete pro MonatCHF 1'780.–
Akontozahlung Nebenkosten+ CHF 220.–
Bruttomiete pro MonatCHF 2'000.–

Multipliziert mit zwölf Monaten ergibt sich die Nettojahresmiete – im Immobilienbereich häufig mit dem lateinischen Zusatz «p. a.» (per annum) abgekürzt: CHF 21'360.– in diesem Beispiel.

Bedeutung der Nettomiete für Mieter und Vermieter

Der Nettomietzins ist für beide Vertragsparteien die wichtigste Bezugsgrösse im Mietverhältnis.

Kaution: max. drei Nettomonatsmieten

Gemäss Art. 257e OR darf die Kaution bei Wohnraummietverhältnissen höchstens drei Nettomonatsmieten betragen. Massgebend ist also die Nettomiete – nicht die Bruttomiete. Die Kaution muss auf einem Sperrkonto im Namen des Mieters bei einer Bank in der Schweiz hinterlegt werden.

Mietzinsanpassung und Referenzzinssatz

Mietzinsänderungen knüpfen an die Nettomiete an, nicht an die Nebenkosten. Sinkt der hypothekarische Referenzzinssatz des BWO, können Mieter eine Senkung des Nettomietzinses verlangen. Steigt er, darf der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen eine Erhöhung beantragen. Die Akontozahlungen für Nebenkosten passen sich separat an, je nach effektiver Kostenentwicklung.

Vergleich von Wohnungsinseraten

Wer Wohnungen miteinander vergleicht, sollte stets die Nettomiete heranziehen. Nebenkosten variieren je nach Liegenschaft, Energiequelle und persönlichem Verbrauch. Eine günstig wirkende Bruttomiete kann durch hohe Nebenkosten getrieben sein – die Nettomiete zeigt den eigentlichen Mietpreis.

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Fazit

Die Nettomiete ist die zentrale Grösse im Schweizer Mietvertrag. Sie ist der Mietzins ohne Nebenkosten, dient als Bezugsgrösse für die Kaution (max. drei Nettomonatsmieten gemäss Art. 257e OR), für Mietzinsanpassungen und für den fairen Vergleich von Wohnungsangeboten. Wer Nettomiete und Bruttomiete sauber unterscheidet und die Logik der Akontozahlung kennt, vermeidet böse Überraschungen bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung und erkennt sofort, ob eine Wohnung tatsächlich günstiger ist als eine andere.

Quellen

FAQ

Was bedeutet Nettomiete in der Schweiz?

In der Schweiz bezeichnet die Nettomiete den monatlichen Mietzins für die Nutzung einer Wohnung oder Liegenschaft, ohne Nebenkosten wie Heizung, Wasser oder Hauswartung. Sie ist der Grundbetrag, der im Mietvertrag separat von den Nebenkosten ausgewiesen wird und als Basis für die Kaution und Mietzinsanpassungen dient.

Was bedeutet Nettomiete p.a.?

Der Zusatz «p. a.» steht für «per annum» (lateinisch für «pro Jahr»). Die Nettomiete p. a. bezeichnet die Jahresnettomiete, also die monatliche Nettomiete multipliziert mit zwölf. Dieser Wert wird vor allem bei Gewerbemieten und der Berechnung von Immobilienrenditen verwendet.

Was kommt zur Nettomiete dazu?

Zur Nettomiete kommen die vertraglich vereinbarten Nebenkosten hinzu. Dazu zählen unter anderem Heizung, Warmwasser, Wasser, Abwasser, Kehricht, Hauswartung, Allgemeinstrom und die Wartung technischer Anlagen. Bei Gewerbemieten kann zusätzlich die Mehrwertsteuer anfallen, wenn der Vermieter optiert hat.

Ist die Nettomiete dasselbe wie die Kaltmiete?

Inhaltlich ja. Beide Begriffe bezeichnen den Mietzins ohne Nebenkosten. «Kaltmiete» ist eine Bezeichnung, die vor allem in Deutschland und Österreich verwendet wird. In der Schweiz sind «Nettomiete» oder «Nettomietzins» die gebräuchliche Bezeichnung.

Wird die Mietkaution auf Basis der Nettomiete oder der Bruttomiete berechnet?

Die Mietkaution wird in der Schweiz auf Basis der Nettomiete berechnet. Gemäss Art. 257e OR darf sie bei Wohnraummietverhältnissen höchstens drei Nettomonatsmieten betragen. Nebenkosten zählen nicht zur Bemessungsgrundlage.

Nettomiete mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Bei Wohnraummieten fällt grundsätzlich keine Mehrwertsteuer an – die Vermietung ist von der MWST ausgenommen. Bei Gewerbemieten kann der Vermieter optieren und die Miete mit MWST abrechnen. In diesem Fall wird der Nettomietzins im Mietvertrag stets als Betrag ohne MWST ausgewiesen, die Steuer kommt separat hinzu.

Oliver S.
Oliver S. schreibt seit 15 Jahren über den Immobilienmarkt. Er ist auf Immobilien spezialisiert und betreibt seit 2012 einen professionellen Blog mit bislang über 1'000 Artikeln und etwa 1 Million Seitenaufrufen pro Jahr. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren 5 Bücher über Management und Führung veröffentlicht.