Die Lage an der Ecke Missionsstrasse/Maiengasse ist spannend und kontrastreich. Hier steht das neugotische Kleinod stoisch in der Nachbarschaft der sechs-geschossigen Wohnblöcke. Darunter auch Bauwerke von Christ & Gantenbein und Urs Gramelsbacher. An der Maiengasse, erschlossen mit der Gartenpforte, fügt sich die Villa Preiswerk harmonisch in die mit repräsentativen Wohnhäusern bebaute Nachbarschaft ein. Auf dieser Seite verfügt die Villa über einen bauzeitlichen Wintergarten, der auf den grossen privaten Grünraum mit hitzeresistenten Korkeichen blickt. Zwei präzis gesetzte Waschbeton-Plattformen, die sogenannten Teppiche, machen den Garten bewohnbar. Ein Kiesweg verbindet Haus und Teppiche und führt zur Garage. Eine massive gotisierende Mauer begrenzt den Garten und bindet an das intakte Ensemble der Maiengasse an. Die Villa wurde ab 1919 von Dr. Paul Sarasin und seiner Familie bewohnt. Er war Naturforscher und Initiator des Schweizerischen Nationalparks.
Rückführungen und gelungene Neuerungen
Innenausstattung und räumliche Anlage zeugen von repräsentativem Anspruch: Man gelangt durch ein gewölbtes und vertäfertes Entrée unmittelbar in das eindrucksvolle hallenartige Treppenhaus.
Das grosszügige Oberlicht sorgt für Helligkeit im Treppenhaus. Diese neubarocke Treppenanlage mit vier Treppenläufen und Zwischengeschossen bildet das Herzstück des Wohnhauses und ist mit sämtlichen Räumen direkt verbunden. Die spannungsvollen räumlichen Konstellationen und Sichtbezüge machen den speziellen Charakter der Villa aus. Der Auftrag an die ARTEC Architekten war es, diese Stärken mit einer formal und materiell reduzierten und einheitlichen Innenarchitektur weiter zu entwickeln.
Die neuen Küchen und Nasszellen, sowie die Einbauten der Büros und Ankleidezimmer, sind raffiniert und zeitlos. Grossflächige Spiegel und Mauerdurchbrüche, etwa vom Schlafzimmer hoch ins Ankleidezimmer, kontrastieren charmant und gekonnt mit der repräsentativen Originalstruktur. Die Hauptküche wurde für den Swiss Kitchen Award nominiert.
Farbkonzept
Mit den komplett monochrom ausgeführten Fassungen von Wänden und Decken ist eine zeitgenössische Interpretation gelungen: Die Kolorierung ist ein Spiel mit historisch typischen Farben. In den repräsentativen Räumen des Erdgeschosses schaffen drei unterschiedliche Grün eine Verbindung zum Garten und zur historischen Maiengasse. Im Unterschied zu den matten Farben im Haus ist das lebhafte Grün im Wintergarten hochglänzend.
Arbeiten, Wohnen, Gäste
Der Wunsch der Bauherrschaft, Arbeiten, Wohnen und Gäste in einem Haus zu vereinen, war eine typische Lockdown-Idee. Funktioniert aber hervorragend. Dankeschön an Bettina Götz und Richard Manahl von ARTEC Architekten.
Energy consumption
No dataGreenhouse gas emmissions
No data4055 Basel (BS)